PDN-System des VÖZ stößt auf Ablehnung
 

PDN-System des VÖZ stößt auf Ablehnung

Fachverband Werbung und Marktkommunikation lehnt das VÖZ-System zur Lizenzierung von Presseclippings ab.

Das Pressedokumentations (PDN)-Lizenzsystem des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) stößt beim 1800 Mitglieder-Betriebe starken Berufsgruppenausschuß Public Relations der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation auf wenig Gegenliebe. Mit dem PDN-System hat der VÖZ ein Modell zur Lizenzierung von Presseclippings vorgelegt. Das heißt, für die Verwendung von Presseartikeln für interne Presseclippings sollen künftig Gebühren zu entrichten sein. Basis für dieses System ist eine EU-Richtlinie, die demnächst auch in Österreich umzusetzen ist.



Man habe zwar "Verständnis für die durch die Zeitungs-Postgebührenerhöhung entstehende finanzielle Belastung der Medien", aber deswegen könnten nicht "bisherige Partner zur Kasse gebeten werden, die eigentlich Werbung für die Medien betreiben und ihnen keine Absatzeinbußen verursachen", so Prof. Dr. Karlheinz Oertel, Vorsitzender des Berufsgruppenausschusses PR. Oertel: "Wir sind strikt dagegen, dass unsere Mitglieder, deren Aufgabengebiet oftmals die Erstellung von Pressespiegeln für Unternehmen ist, diesbezüglich Verträge eingehen. Wir sehen auch nicht ein, warum etwas aufgerollt wird, was 25 Jahre lang klaglos funktioniert hat." Vor allem wisse man ja auch noch nicht, wie die Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht letztendlich ausschaue.



VÖZ-Generalsekretär Dr. Walter Schaffelhofer sieht das vorgelegte Modell "rechtlich durch das Urheberrechtsgesetz absolut gedeckt." Der VÖZ habe die Sache "mit gutem Gewissen vorgeschlagen" und werde das daher weiterverfolgen. Die Haltung Oertels kann Schaffelhofer auch insofern nicht ganz verstehen, als "ja nicht die PR-Berater, sondern die Firmen verpflichtet werden sollen."

(juju)

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