Paris: Bewaffneter schoss in Redaktion der Ze...
 

Paris: Bewaffneter schoss in Redaktion der Zeitung "Libération" um sich

UPDATE: Anschläge auf Zeitung und Bank - Pariser Polizei sucht Schützen - Foto-Assistent lebensgefährlich verletzt - Polizei postiert Beamte vor Pariser Medienhäuser

Ein Mann hat am Montag im Redaktionsgebäude der französischen Zeitung "Liberation" um sich geschossen. Ein Foto-Assistent sei lebensgefährlich verletzt worden, teilte die Polizei in Paris mit. Der Zwischenfall habe sich um 10.15 Uhr in der Eingangshalle des Zeitungsgebäudes ereignet. Die Polizei postierte daraufhin Beamte vor allen großen Pariser Medienhäusern.

"Er trat ein, gab zwei Schüsse ab und ging", sagte der Redaktionsmanager der linksgerichteten Zeitung, Fabrice Rousselot, dem Sender BFM TV. Das Opfer sei im Brustbereich getroffen worden, sagte der Polizeisprecher. Der Hintergrund der Tat war zunächst unklar. Nach dem Anschlag wurden die Sicherheitsvorkehrungen bei anderen Medienhäusern in der französischen Hauptstadt verschärft. Vor die Gebäude aller großer Medien wurden Polizisten postiert, berichtete die Polizei.

Erst am Freitagvormittag war ein Bewaffneter in Paris beim Nachrichtensender BFMTV aufgetaucht. Er hatte eine Art Gewehr herausgeholt und Drohungen gegen Journalisten ausgesprochen, die aber nicht verständlich waren, wie der Sender später mitteilte. Danach war der Unbekannte geflüchtet, ohne dass er auf die Anwesenden schießen konnte. Am Boden wurden allerdings zwei Patronen gefunden und es war unklar, ob der etwa 30- bis 40-jährige Mann sie weggeworfen hatte oder ob er eigentlich schießen wollte, seine Waffe aber versagt hatte.
Nach Angaben aus Polizeikreisen wird nun geprüft, ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen bei BFMTV und bei "Liberation" besteht.

UPDATE: Anschläge auf Zeitung und Bank - Pariser Polizei sucht Schützen

Rund eine Stunde nach dem Angriff auf die Zeitung kam es dann zu Schüssen vor einer Bank im Pariser Geschäftsviertel La Defense. "Ein Mann hat das Feuer auf der Straße vor den Türmen der Societe Generale eröffnet", teilte die Bank mit. Verletzte gab es laut Polizei keine, der Mann konnte flüchten. Danach nahm er womöglich einen Autofahrer als Geisel.

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen schoss der Mann drei Mal gegen 11.40 Uhr und zielte "auf die Scheiben des Turms" der Großbank. Danach sei er in Richtung des Viertels Pablo-Picasso in Nanterre bei Paris geflüchtet. Neben den Sicherheitsvorkehrungen der Polizei vor mehreren Medienhäusern ergriffen die Zeitungen Zeitungen "Le Parisien", "Le Monde", "Les Echos" und "Le Figaro" sowie der Sender Europe 1 nach eigenen Angaben selbst zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen.

Mittlerweile zeigte der Vergleich von Aufnahmen auf Überwachungskameras, dass es sich um denselben Mann gehandelt haben dürfte wie bei dem Vorfall vom vergangenen Freitag. Der Verdächtige sei etwa 40 Jahre alt, europäischen Typs und trage helle Jeans.

 "Liberation"-Verlagsleiter Nicolas Demorand sagte, wenn jemand mit einem Gewehr bei einer Zeitung eindringe, dann sei das "in einer Demokratie sehr, sehr schwerwiegend". Wenn Zeitungen und Medienhäuser zu "Bunkern" werden müssten, "dann läuft etwas in unserer Gesellschaft nicht rund", fügte er hinzu.

Politiker bestürzt

"So lange diese Person auf freiem Fuß ist und wir seine Motive nicht kennen, handelt es sich um eine Bedrohung", sagte Innenminister Manuel Valls. Die Suche nach dem mit einer Pumpgun bewaffneten Mann lief auf Hochtouren und wurde auch von einem Polizeihelikopter, der über dem Regierungsviertel kreiste, unterstützt.

Französische Politiker reagierten bestürzt auf den Angriff auf "Libération". Staatspräsident Hollande zeigte sich betroffen über den Angriff und wies Innenminister Valls an, alle Maßnahmen zu ergreifen, um den Täter zu fassen und die Umstände der Tat zu klären. Auch der Parteichef der Sozialisten, Harlem Desir, brachte sein "Entsetzen" über die Schüsse bei "Libération" zum Ausdruck. In einer Erklärung sprach er von einem Angriff auf "unser aller Freiheit". Der sozialistische Bürgermeister von Paris, Bertrand Delanoe, sprach ebenfalls von einer Attacke auf die "Grundwerte der Demokratie".

(APA/AFP/Reuters/red)
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