ORS klagt ATV auf DVB-T-Verbreitungskosten
 

ORS klagt ATV auf DVB-T-Verbreitungskosten

Nachdem sich ATV weigert, für die Verbreitung auf „Multiplex A“ zu zahlen, droht die ORS, das Programm von der Plattform zu nehmen.

„Nach langen und intensiven Verhandlungen mit dem Eigentümer von ATV, die zu unserer großen Enttäuschung zu keinem Erfolg geführt haben, sehen wir uns gezwungen, nun die entsprechenden rechtlichen Schritte zu setzen“, erklärt Mag. Michael Weber, Sprecher der ORS GmbH & Co KG gegenüber horizont.at. Hintergrund: Seit dem Start des digitalen Antennenfernsehens, kurz DVB-T (Herbst 2006) verweigert ATV laut Weber, die Verbreitungskosten (mehr als drei Millionen Euro pro Jahr) zu bezahlen. Immer wieder nannte ATV-Gesellschafter Dr. Herbert Kloiber, die überhöhten Kosten und den aus seiner Sicht fehlenden Reichweitenerfolg der Plattform als Grund.

Mangelnden Erfolg von DVB-T kann Weber naturgemäß keinen erkennen: „Wir haben rund 500.000 DVB-T-Empfänger in den Markt gebracht, ich kann mir nicht vorstellen, dass ATV auf diese Reichweite einfach verzichten kann. Wir haben jedenfalls auch andere Interessenten für diese Kapazität.“ Jetzt wird die ORS klagen, und – sollte es nicht doch noch eine Einigung geben, ATV noch vor dem Sommer von der Plattform nehmen. „Schon allein aus kaufmännischer Sorgfalt müssen wir jetzt klagen, außerdem ist es extrem unfair den anderen auf dieser Plattform verbreiteten TV-Sendern gegenüber. ATV verhält sich wie jemand, der im Supermarkt eine Wurstsemmel isst, und bei der Kassa dann nicht zahlen will, weil er sie ja schon gegessen hat“, so Weber.

(sl)

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