ORF: Alexander Wrabetz: 'Ja, ich stehe zur Ve...
 
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Alexander Wrabetz: 'Ja, ich stehe zur Verfügung'

APA
ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz strebt eine neuerliche Amtszeit an - die insgesamt vierte.
ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz strebt eine neuerliche Amtszeit an - die insgesamt vierte.

Kurz vor einem Hintergrundgespräch mit Journalisten hat ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz heute den ORF-Stiftungsrat von seiner neuerlichen Kandidatur informiert.

Bei einer Wiederwahl am 10. August geht Wrabetz dann in eine vierte Amtszeit. "Ich würde das mit großer Freude tun", sagte Wrabetz in der Folge im Gespräch mit Journalisten. Die Bewerbungsphase beginnt am 1. Juli. Wrabetz sprach von großen Programmerfolgen, die er zu verbuchen habe, gerade im Jahr der Pandemie wichtig für Publikum und das Land. Wirtschaftlich und bei den Quoten sieht er den ORF über Plan. "Wir haben mit 36 Prozent Marktanteile für die Flotte einen sehr, sehr guten Wert," betonte Wrabetz. Es sei damit zu rechnen, dass es so weiter geht - auch mit Blick auf die kommenden Sport-Großereignisse.

'Es bedarf tatkräftigen Handelns'

Wrabetz hob hervor, dass man auch mit dem Bauprojekt am Küniglberg besser als im Plan liege. "Wir schaffen das trotz Pandemie." Wrabetz sieht aber auch die Herausforderungen. "Es bedarf tatkräftigen Handelns. Während der Pandemie haben sich Amazon, Netflix und Co massiv verbreitet" und die Streamingplattformen hätten auch die Rahmenbedingungen  massiv verändert.

Der amtierende ORF-Chef erinnerte auch an die erst gestern bekannt gegebene Verlängerung der Vereinbarung mit der österreichischen Filmwirtschaft, die weiter rund 100 Millionen Euro jährlich für TV-Produktionen bereitstellt. In Bezug auf die Heranziehung von Nachwuchskräften präsentierte Wrabetz weitere Details zum aktuellen Traineéprogramm, das in den kommenden Jahren 300 Nachwuchskräfte - "die besten Kräfte des Landes" - zum ORF bringen soll.

Zentrales Projekt sei der ORF-Player, für den auch eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen den heimischen Medienhäusern - neben gesetzlichen Änderungen - notwendig sei. Wrabetz abschließend zur Wiederkandidatur: "Ich habe das bewusst nicht früher schon gesagt, man muss sich im Klaren darüber sein, dass man das tun will. Drei Monate vor der Entscheidung im August ist aber ein guter Zeitpunkt, um zu sagen: Ja, ich will, ich stehe zur Verfügung."

Wrabetz rechnet sich Chancen aus

Auf Nachfrage meinte Wrabetz, dass er sich trotz türkiser Mehrheit im Stiftungsrat sehr wohl Chancen auf eine Wiederbestellung ausrechne. "Ich glaube, die Entscheidung ist noch nicht gefallen." Bezüglich seines künftigen Teams sagte der ORF-Chef: "Es ist eine meiner Stärken zuhören zu können und einen gemeinsamen Weg zu finden. Aber man muss auch in der Lage sein alleine zu entscheiden. Ich gehe davon aus, dass ich ein gutes Team im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben zusammenstellen werde." Spekulationen einer geteilten Amtszeit trat Wrabetz entgegen: "Es ist genug zu tun. Ich bewerbe mich für eine gesamte Amtszeit."

Zum Thema einer Gebührenerhöhung, mit der fürs kommende Jahr gerechnet wird, sagte Wrabetz. "Investitionen, etwa in den weiteren Ausbau der Berichterstattung aus den Landesstudios, werden wir auch ohne gesonderte Gebührenerhöhungen schaffen müssen. Ich und mein Team haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir das können."
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