ORF will Konvergenz von TV, Radio und Web
 

ORF will Konvergenz von TV, Radio und Web

Thomas Prantner, ORF-Direktor für Online und neue Medien, sprach im Rahmen der 18. Österreichischen Medientage darüber, wie der ORF auf die multimediale Zeitenwende und die Revolution im Mediennutzungsverhalten reagieren wolle.

Das Hauptaugenmerk seines Vortrags lag auf der Weiterentwicklung der ORF TVthek, die seit November 2009 online ist und als „zentrales Produkt der multimedialen Strategie“ fungiert.

Das VoD-Angebot (Video-on-Demand) des ORF wurde im August 2011 von 70 auf 100 Sendungen erhöht. Gleichzeitig wurde auch das Streaming-Angebot von 20 auf 50 regelmäßige Live-Streams ausgedehnt. „Die TVthek ist kein Ersatz für klassisches Fernsehen, sondern eine Bereicherung dazu“, erklärte Prantner den Sinn der TvThek.

Zukunftspläne

Das Ziel sei eine Fortsetzung der Vernetzung „Wir wollen unseren gesamten Content auf allen Plattformen anbieten“. Derzeit werde überlegt, ob alle vier Sender, also auch die ab 26. Oktober 2011 neu hinzukommenden Spartenkanäle ORF III und ORF Sport Plus, künftig als Live-Stream angeboten werden könnten.

Eine weitere Überlegung sei es, künftig Archivinhalte online bereitzustellen. Voraussichtlich werde im ersten Quartal 2012 eine Radiothek starten, die es Usern erlaubt, Inhalte zeitversetzt zu empfangen.

Abrufdauer

Momentan sind Sportsendungen nur 24 Stunden lang in der TVthek abrufbar, ansonsten herrscht eine Sieben-Tage-Regel. Prantner dazu: „Die meisten Abrufe verzeichnen wir in den ersten zwei Tagen, dann geht es mit den Zugriffen steil bergab“. Trotzdem werde gerade eine Ausweitung auf 30 Tage überlegt.

Vermarktung

Laut Prantner werde derzeit geprüft, ob kommerzielle Kommunikation innerhalb der TVthek einführbar sei. Mit Hilfe von "ein wenig Werbung" auf der ORF-Plattform könne man die Online-Aktivitäten künftig selbst finanzieren.

Technische Neuerungen

Wenn es nach Prantner geht, werde es das VoD-Angebot künftig auch in HD-Qualität geben. Ob und wann das der Fall sein könnte, verriet er aber nicht.

Eine aktuelle Neuerung sei der Einsatz des Flash-Players neben dem Windows Media Player in der TVthek. Künftig könnte der Trend in Richtung Web-on-TV gehen. Man wolle zeitunabhängiges Fernsehen über TV-Geräte ermöglichen und führe derzeit Gespräche über mögliche Kooperationen mit Anbietern (vor Kurzem wurde eine Kooperation mit A1 bekannt gegeben) und mit Herstellern wie beispielsweise Samsung.

Abschließend sagte der Onlinedirektor, dass man die Konvergenz von TV, Radio und Web auf alle Fälle weiterverfolgen werde. Dadurch werde es dem ORF auch gelingen moderner wahrgenommen zu werden.
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