ORF-Wahl: Roland Weißmann bewirbt sich als OR...
 
ORF-Wahl

Roland Weißmann bewirbt sich als ORF-Generaldirektor

HORIZONT
Roland Weißmann bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur.
Roland Weißmann bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur.

"Deutliche" Herausforderungen und Verlust an Relevanz, will Wandel einleiten.  

Unter dem knappen Titel "Die Zukunft des ORF" lud Roland Weißmann am Donnerstag zu einem Pressegespräch aufs Dach des 25hours Hotel in Wien, von dort aus soll es nach seinen Vorstellungen in die oberste Etage des ORF am Küniglberg gehen. Die Zukunft des ORF will Weißmann künftig also von der Spitze aus gestalten, der Termin war der von vielen bereits früher erwartete Einstieg ins Rennen um den ORF-Generaldirektor bzw. die ORF-Generaldirektorin.

"Auf den ersten Blick ist der ORF gut aufgestellt, auf den zweiten Blick werden die Herausforderungen deutlich", so Weißmann. "Wir verlieren an Relevanz bei den Jungen, haben zu wenig passende Angebote", meinte er im Zuge der Kandidatur. Sein Ziel: den ORF modernisieren. "Der ORF muss in den nächsten Jahren digitaler, jünger und diverser werden. Für diese Veränderungen benötigen wir auch in der Unternehmenskultur einen Wandel, und der steht im Zentrum meiner Bewerbung."

Weißmann, derzeit stellvertretender kaufmännischer Direktor, Fernseh-Chefproducer und verantwortlich für das prestigeträchtige ORF-Player-Projekt, gilt als bürgerlich – ihm werden gute Chancen bei den ÖVP-nahen Stiftungsräte zugerechnet, die mit einer Mehrheit ausgestattet sind. Neben Weißmann haben wie berichtet bereits der amtierende ORF-Chef Alexander Wrabetz (SPÖ-nahe) sowie ORF-1-Channel-Managerin Lisa Totzauer (wie Weißmann bürgerlich) ihr Interesse am höchsten Amt im weitaus größten Medienkonzern Österreichs bekundet. Die Wahl durch die 35 Stiftungsräte erfolgt am 10. August.

Von Linz über Niederösterreich auf den Küniglberg

Der gebürtige Linzer Weißmann startete seine Karriere im ORF 1995 im 
aktuellen Dienst im ORF-Landesstudio Niederösterreich. Drei Jahre später wechselte er als Chef vom Dienst zu Ö3, 2000 wurde er stellvertretender Chronik-Ressortleiter in der ORF-Radioinformation. Von 2003 bis 2009 war er Stellvertreter im ORF Niederösterreich unter Chefredakteur Richard Grasl, 2010 holte der ihn in seiner neuen Funktion des kaufmännischen Direktors als Büroleiter zu sich. Seit 2012 ist Weißmann Chefproducer des rund 400 Millionen Euro schweren ORF-Fernsehens, seit 2017 stellvertretender Kaufmännischer Direktor des ORF. Im vergangenen Jahr 2020 wurde er zum Geschäftsführer des ORF-Players ernannt.
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