ORF verletzte mit ÖBB-Bericht Gesetz
 

ORF verletzte mit ÖBB-Bericht Gesetz

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Medienbehörde sieht Verstoß gegen Objektivitätsgebot bei Sendung zu Bahnbeschwerden.

Der ORF hat mit einem Bericht über die ÖBB das Objektivitätsverbot verletzt. Das geht aus einem Bescheid der Medienbehörde KommAustria hervor, der HORIZONT online vorliegt. Stein des Anstoßes war eine Ausgabe des Magazins „Konkret“ vom 26. September des Vorjahres, wo zwar über unzufriedene Bahnkunden und einer Facebook-Seite mit grantigen ÖBB-Nutzern berichtet wurde, aber aus Sicht der Medienbehörde nicht ausreichend dargelegt wurde, dass die Bahn ein Beschwerdemanagement betreibe.

Einer in dem Bericht vorkommenden Kundin sei außerdem eine Entschädigung der Bahn zugesichert worden, was nicht erwähnt worden sei. Es „entstand beim Zuseher daher der Eindruck, Kundenbeschwerden würden seitens der ÖBB nicht behandelt. Die entsprechende, rechtzeitig vor dem Bericht beim ORF eingelangte Stellungnahme der ÖBB wurde in der Sendung nicht ausreichend verwertet“, monierte die KommAustria. „Der ORF ist damit auch seiner aus dem Objektivitätsgebot erfließenden Verpflichtung, alle zuverlässigen Informationsquellen zu berücksichtigen, nicht entsprechend nachgekommen.“

Für die KommAustria ist auch die Abmoderation dazu angetan gewesen, das Objektivitätsgebot zu verletzen. Diese bezog sich auf eine ausgeschlagene Studio-Einladung für ÖBB-Verantwortliche mit den Aussagen „niemand hatte für uns Zeit“ und „…nur leider war das Gespräch für die Bundesbahnen dann doch zu kurzfristig angesetzt.“ Dies habe „die vom Objektivitätsgebot gezogene Grenze“ überschritten, urteilte die Medienbehörde.

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