ORF vereint Redaktionen am Küniglberg
 

ORF vereint Redaktionen am Küniglberg

Multimedialer Newsroom als zentrales Projekt der Neuordnung - RadioKulturhaus soll erhalten bleiben

Der ORF teilte am Donnerstag mit, seine Wiener Standorte im ORF-Zentrum am Küniglberg zusammenzuführen. Der ORF-Stiftungsrat habe diesem Vorschlag der ORF-Geschäftsführung in seiner Plenarsitzung am Donnerstag zugestimmt.

Das ORF-Zentrum wird das Zentrum des ORF


"Die Frage des ORF-Standorts ist eine der wichtigsten unternehmensstrategischen Entscheidungen, die der ORF in den vergangenen Jahrzehnten zu treffen hatte. Es geht um nicht weniger, als die bestmöglichen organisatorischen, technologischen und strukturellen Rahmenbedingungen für die Produktion unserer Programme in Radio, Fernsehen und Online für die kommenden 20 bis 30 Jahre zu schaffen. Klares Ergebnis unserer Untersuchungen: Ein gemeinsamer Standort aller ORF-Medien in Wien wird den Anforderungen der multimedialen Produktion der Zukunft am besten gerecht, das ORF-Zentrum wird das ORF-Zentrum", betonte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz.

Neben den strategischen und organisatorischen Überlegungen ergibt die auf Basis der Erkenntnisse aus der Machbarkeitsstudie fertiggestellte Vergleichsrechnung zwischen den Szenarien "konsolidierter Standort" vs. "unkonsolidierter Standort" laut Aussendung klare Vorteile für den gemeinsamen Standort. "Dabei wurden die diskontierten Zahlungsflüsse (Discounted Cashflows, DCF) beider Szenarien für Baukosten, Finanzierungskosten, technologische Investitionen, Umsiedlungskosten, Effizienzsteigerungspotenziale etc. über 35 Jahre einander gegenübergestellt", teilten die Öffentlich-Rechtlichen via Aussendung mit.

Auf Grundlage der in der Vergleichsrechnung eingearbeiteten Annahmen ergebe sich insgesamt betrachtet ein Barwertvorteil des Szenarios "Konsolidiert" gegenüber dem Szenario "Unkonsolidiert" in der Höhe von 146,5 Millionen Euro, hieß es. Nach dem Abschluss der Standortzusammenführung im Jahr 2020 ergebe sich weiters ein Kostenvorteil von jährlich 10 Millionen Euro zugunsten des konsolidierten Standorts.

Multimedialer Newsroom als zentrales Projekt der Neuordnung

Um seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllen und das Publikum mit seinen Angeboten versorgen zu können, müsse der ORF seinen Content über alle relevanten Plattformen ausspielen können und seine Produktionsprozesse an das geänderte Medienökosystem anpassen. Das bedeute für die Nachrichtenproduktion des ORF, dass Inhalte, insbesondere auch Videos, zeit- und ortsunabhängig auf allen Plattformen abrufbar sein müssen.

Zentrales Projekt bei der Neuordnung der Wiener ORF-Standorte sei daher die Schaffung eines multimedialen Newsrooms. Laut ORF stehen die einzelnen individuellen Sender- und Sendungsmarken, die durch die Bündelung der Ressourcen und der Dienstleistungen qualitativ und wirtschaftlich profitieren sollen, im Zentrum der Planungen für den neuen Newsroom. Weiters soll ein multimediales Stadtstudio in der Innenstadt eingerichtet werden, das den Journalisten die zeitsparende Produktion von Beiträgen und Live-Einstiegen ermöglichen soll.

ORF-Kulturstandort Argentinierstraße bleibt erhalten

Die Argentinierstraße werde als ORF-Kulturstandort auch nach der Konsolidierung im ORF-Zentrum auf dem Küniglberg erhalten bleiben. Das RadioKulturhaus, der Große Sendesaal als Basis des ORF-Radio-Symphonieorchesters sowie die Großproduktions-Studios und Regieplätze für Musik und Hörspiel werden ebenfalls fortgeführt.

Nächste Schritte

Außerdem wurden die nächsten Schritte zur Umsetzung der Konsolidierung am Küniglberg genannt: die Bestellung des Generalplaners sowie der Start des Ausschreibungsprozesses für die örtliche Bauaufsicht. Zudem sei der Architektenwettbewerb für den Erweiterungsneubau (multimedialer Newsroom) zu starten. „Die Finanzierungsvarianten werden weiter detailliert und für einen Beschluss im Stiftungsrat entsprechend vorbereitet. Schließlich wird unter Berücksichtigung der Finanzierung das gesamte Baubudget zu beantragen sein“, so der ORF.
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