ORF und Puls TV rangeln um Wiener TV-Publikum
 

ORF und Puls TV rangeln um Wiener TV-Publikum

Der Neo-Stadtsender für Wien, Puls TV, und der ORF starten großangelegte Kampagnen, um das Wiener Fernsehpublikum ins eigene Programm zu locken.

So hatten sich die Puls TV-Macher sich den Start ihres Stadtsenders für Wien nicht vorgestellt: Am 21. Juni geht der private Ballungsraumsender auf der bisher mit ORF 2 bespielten Frequenz Kanal 34 Sendung, für den Start erhofften sich die Puls TV-Macher dadurch einen erheblichen Marktanteilsvorteil. Diese aber könnte der ORF nun vorzeitig erheblich reduzieren: Ab Montag, den 14. Juni, ist auf besagtem Kanal 34 nicht mehr ORF 2, sondern das bereits abgeschafft geglaubte Testbild zu sehen - durchbrochen nur von Inserts und Beiträgen, die über die neue Frequenzsituation informieren wollen. Nur noch das ORF-Bundeslandmagazin "Wien heute" ist künftig als Programmfenster von 19.00 bis 19.25 Uhr auf dem neuen Puls-Kanal zu sehen.

"Würde das Programm einfach weiterlaufen, müssten die Zuseher von einem Tag auf den anderen umprogrammieren", begründet der für die Kanalumstellung zuständige ORF-Mann Karl Pachner die Reaktivierung des Testbildes. So lange Puls noch nicht auf der Frequenz funke, könne die Sendefläche genützt werden, um das Publikum zur Umstellung anzuleiten. "Rückkehr in die Steinzeit", nennt der Puls-Chef Brandstätter den Schritt des Küniglbergs. Das hätte man - auch im Sinne der Zuseher - in Kooperation deutlich besser machen können.

Um die Sehergunst der Wiener wird nun also heftig geworben: Der Küniglberg fährt seine Informationskampagne samt Gewinnspiel, Puls TV startet ab 21. Juni mit einer von der Agentur freude erdachten Kampagne via Plakat, City Light, Anzeige, Radio und Fernsehen in die Bewerbung des neuen Grätzlfernsehens. Nur der neue Puls-Nachbar, das Landesstudio Wien, hält sich zurück: "Die Informationskampagne des ORF ist keine ORF Wien-Kampagne, sondern eine der ORF-Zentrale. Denn mit dem Start von Puls TV wechselt die Frequenz von ORF 2 - so gesehen ist die gesamte Frequenzumstellung eine strategische Operation der Generaldirektorin", sagt die Landesdirektorin Dr. Brigitte Wolf. Das Problem von ORF Wien fange erst nach der Umstellungsphase an. "Weil ,Wien heute' dann in neuem, für die Seher ungewohnten Umfeld sendet."

Lesen Sie mehr in der Print-Ausgabe von Horizont (24/2004), die am Freitag, den 11. Juni 2004 erscheint.

(jed)

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