ORF TVthek: Banner-Ads erlaubt
 

ORF TVthek: Banner-Ads erlaubt

Videowerbung bei politischer Information verboten - inhaltlicher Ausbau des Videoangebots "in vollem Umfang" genehmigt - 30 statt nur 7 Tage - noch nicht rechtskräftig

Der hieß erwartete Entscheid der Medienbehörde KommAustria bezüglich des ORF-Online-Angebots TVthek ist da: Sie gestattet dem ORF die Vermarktung des Video-Portals - allerdings mit strengen Auflagen. So ist es dem ORF nicht gestattet, Werbefilme am Beginn, zur Unterbrechung oder am Ende von Nachrichtensendungen und von Sendungen zur politischen Information zu schalten. Unterbrecherwerbung generell ist in den Videos der TVthek untersagt, soweit diese über das im Fernsehen erlaubte Maß hinausgeht.

Weiter heißt es: "Außerdem darf der ORF die Nutzung der TVthek nicht technisch beeinträchtigen oder verhindern, wenn der Nutzer einen so genannten Ad-Blocker verwendet, ein Software-Programm also, mit dem Werbung auf dem Videoportal ausgeblendet werden kann." Und: "Werbeeinschaltungen auf den Web-Seiten der TVthek in Form von Banner-Werbung gestattet die Behörde weitestgehend."

Inhalte dürfen ausgebaut werden


Außerdem hat der ORF beantragt, die Videoinhalte der TVthek ausbauen zu dürfen - und das genehmigt die KommAustria "im vollen Umfang des ORF-Antrages", weil sie darin den "wirksamen Beitrag zur Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags" erkenne. Der Entscheid im Wortlaut: "So darf der ORF weitere Sendungen aus den Bereichen Dokumentation und Kultur, darunter auch Autorenfilme, zum Abruf anbieten und dabei neben Eigen- und Auftrags- Produktionen künftig auch Fremdproduktionen in das Portfolio der TVthek aufnehmen. Außerdem darf der ORF in Zukunft Sendungen von zeithistorischem Wert aus den Themenbereichen Geschichte und Politik ohne zeitliche Beschränkung zum Abruf anbieten."

Außerdem darf dar Zeitraum der Abrufbarkeit verlängert werden: TVthek-Sendungen können nun bis zu 30 Tage online bleiben, bisher galt eine 7-Tage-Regel. Spannend wird jetzt sein, wie die privaten Anbieter auf die Entscheidung der KommAustria reagieren werden. Der Bescheid der KommAustria ist noch nicht rechtskräftig.

Vom ORF gibt es bis dato noch kein echtes Statement. "Wir prüfen den Bescheid in den kommenden Tagen", so ein ORF-Sprecher zu HORIZONT online. Dagegen vermeldete VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm im Namen der österreichischen Privatsender wenig verwunderlich: "Die Entscheidung hat auf die ganze Branche Auswirkungen. Nur ein Totalverbot würde Sinn machen." Wenn Drumm auch die diversen Einschränkungen begrüßt.

Aber nicht nur, dass es in der gesamten EU keine Werbeerleichterungen für öffentlich-rechtliche Sender gäbe, ein weiteres Thema sei, dass der Bewegtbildmarkt noch sehr verletzlich sei und am Beginn stehe. "Spricht hier der ORF wie am werbeplanung.at-Summit von 'nur' 800.000 Euro zusätzlich, die er generieren werde, dann ist dass in diesem jungen Markt viel Geld. Hinzu kommt, dass der ORF natürlich andere Möglichkeiten der Angebotsgestaltung hat", so Drumm. 

Das Dokument der KommAustria findet sich unter diesem Link (PDF):
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