ORF: Strobl teilt aus, Fiedler antwortet
 

ORF: Strobl teilt aus, Fiedler antwortet

ORF-Kommunikationschef Pius Strobl klagt im aktuellen „Falter“ über die Arbeitsbedingungen am Küniglberg – Heinz Fiedler, Betriebsrat Generaldirektion antwortet in einem offenen Brief.

Ein Talent haben die Leute am Küniglberg schon: Sie sind nichnur Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Österreich – sie tragen auch mit Vorsatz und Wollust kleinste Meinungsverschiedenheiten öffentlich aus. Das ist immer eine „Hetz“ für die medienjournalistische Zunft – aber selten für das Unternehmen ORF und seine Mitarbeiter.







Die neueste Erregung im Wortlaut: Pius Strobl, mächtiger Kommunikations- und Marketingchef am Berg, hat im Falter laut über die Arbeitsbedingungen am maroden Küniglberg sinniert – im Wortlaut siehe bitte hier 







Ganz schön deutlich, wenn er´s denn so gesagt hat.







Heinz Fiedler, lange Jahrzehnte mächtiger Zentralbetriebsratschef, nach der letzten Wahl „nur“ mehr Mitglied des ORF Betriebsrat Generaldirektion, ist in seiner Antwort als Offenem Brief via APA-OTS-Aussendung nicht minder deutlich.







Es wär ja ein Sommertheater, ginge es nicht um die infra-strukturelle zukunft des ORF – also existientiell Wichtiges.










Im Wortlaut: OTS von Heinz Fiedler:







Medien/ORF 2009-07-30 / 10:52:44 / ORF-Betriebsrat GD OFFENER BRIEF







Wien (OTS) - Sehr geehrter Herr Strobl, lieber Pius,







als der auch für Dich zuständige Betriebsrat bin ich aufgrund des heutigen Falter-Artikels "Es bröckelt das Gemäuer der Medienburg" ein Zerrissener:







Soll ich einen einzelnen Arbeitnehmer schützen (u.a. vor der sengenden Sonne) oder die vielen Arbeitnehmer/-innen - nicht nur der Generaldirektion, sondern alle, die am Küniglberg arbeiten - (u.a. vor den imageschädigenden Aussagen eines Unternehmenssprechers).Als Betriebsrat und als Stiftungsrat finde ich Deine Aussagen mehr als entbehrlich.







Mögllicherweise hattest Du seinerzeit als Polizist, Gastwirt, Immobilienhändler, Event-Veranstalter weniger unter der sommerlichen Hitze (aber ganz sicher nicht unter einer angeblich nicht regulierbaren Klimaanlage) zu leiden.







Möglicherweise waren die Büros während Deiner politischen Tätigkeit als grüner Parteisekretär nicht vom Licht der Sonn durchflutet. Möglicherweise führen die von Dir so empfundenen Arbeitsumstände zu dem Bild, das Du nach außen hin kommunizierst.Zugegebenermaßen lässt es sich an den Gestaden des Wörthersees besser den Sommer verbringen als in einem Büro. Es ist aber unerträglich, dass Du in Deinem (langjährigen) Bestreben, den Küniglberg madig zu machen, zu solchen Formulierungen greifst. Sanierungskosten einfach zu schätzen - und sie wahrscheinlich bewusst zu über schätzen - zeugt ebenso wenig von fachlicher Kompetenz als der Umstand, dass es bis heute noch keine vergleichbaren und ernst zu nehmenden Kostenvoranschläge für den von Dir so ersehnten Neubau vs. Sanierung des ORF-Zentrums gibt.







Ganz abgesehen davon, wie viel Geld in den Sand gesetzt würde, wenn die drei Standorte Zentrum, Argentinierstraße und Heiligenstadt zusammengelegt würden (man ließe u.a. einen neu errichteten HD-Regieplatz und ein frisch renoviertes FM-4 Studio einfach sausen...) sind dann zwangsläufig folgende Aussagen wie jene von Gustav Peichl (ORF-Geschäftsführung ist unprofessionell: „Wrabetz ist nicht in der Lage, ein Konzept aufzustellen, das ein Raum- undFunktionsprogramm für die ORF-Zentrale formuliert.“) für den ORF nicht förderlich. Es ist berührend, wie sehr Dir die ORF-Journalisten ein Anliegen sind. Sie aus der Medienfestung zu befreien und ihnen wieder Bodenhaftung im Schlachthof zu St. Marx zu geben scheint mir aber nicht notwendig. Weder waren und sind sie in einer Festung eingekerkert noch haben sie (im Gegensatz zu anderen Mitarbeitern) die Bodenhaftung verloren.







Der "Falter" kann sich jedenfalls für diese Story bedanken: Wieder einmal konnte man den ORF (in der Einleitung) anpatzen. Und man kann sich auch über (gezählte) sieben ORF-Anzeigen freuen...







Und die ORF-Mitarbeiter/-innen können sich bei ihrem Unternehmenssprecher bedanken, der wieder einmal ein imageförderndes Schäuflein nachgelegt hat.







Prof. Heinz Fiedler







Betriebsratsobmann, Mitglied des Zentralbetriebsrats und des Stiftungsrats




stv. Vorsitzender der Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, freie Berufe




cc. alle ORF-Mitarbeiter







Zitat OTS-Ende.
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