ORF: Stiftungsrat diskutiert Newsroom, Digita...
 
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Stiftungsrat diskutiert Newsroom, Digitales und Budget

APA
Thomas Zach, Mitglied des ORF-Stiftungsrat
Thomas Zach, Mitglied des ORF-Stiftungsrat

Bei der Sitzung des ORF-Stiftungsrats am Donnerstag stehen der Status des derzeit in Bau befindlichen multimedialen Newsrooms, die Digitalisierung und das Budget des größten Medienunternehmen des Landes auf dem Programm.

Weitgehend Konsens herrscht im obersten ORF-Gremium darüber, dass Vielfalt und Pluralität trotz Umbau und Digitalisierung erhalten bleiben müssen. Die Umsetzung des multimedialen Newsrooms am Küniglberg befindet sich zeitlich und budgetär im Plan. Im zweiten Quartal 2022 soll mit der Besiedelung begonnen werden. Ab 2023 will der ORF TV, Radio und Online aus den Räumlichkeiten produzieren. Dabei sollten "Binnenpluralismus und Meinungsvielfalt" im Zuge der "größten Veränderung des ORF in Jahrzehnten" erhalten bleiben, sagte Thomas Zach, Leiter des bürgerlichen "Freundeskreises" im Stiftungsrat und Vorsitzender des Finanzausschusses, gegenüber der APA.

Er erachtet ein Führungsteam als "Mittel der Wahl", um das zu gewährleisten. Die Mitarbeiter seien "besonders gut zu beteiligen". ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz wollte sich vergangene Woche hinsichtlich der Newsroom-Führungsstruktur nicht festlegen. Die Digitalisierung sei das Zukunftsthema schlechthin für den ORF. "Wenn sie uns nicht gelingt, haben wir ein Existenzthema", warnte Zach. Auch der von den Grünen entsandte Stiftungsrat Lothar Lockl betonte im Gespräch mit der APA, wie "extrem wichtig" es sei, die Weichen weiter in Richtung Digitalisierung zu stellen. Man müsse den "Reformstau" der vergangenen Jahre ausgleichen und das Publikum dort erreichen, wo es auch Informationen bezieht.

Dazu müsse der ORF "Mühlsteine" in Form von gesetzlichen Online-Beschränkungen ablegen - und zwar so, dass die österreichische Medienlandschaft insgesamt profitiere. Dabei komme es zeitlich nicht auf "das eine oder andere Monat an", so Lockl. Die grüne Mediensprecherin Eva Blimlinger hatte vergangene Woche erklärt, dass derzeit keine Regierungsverhandlungen zu einem neuen ORF-Gesetz am Laufen seien. Lockl erwartet sich in den kommenden Monaten zudem ein Programm von der ORF-Führung, das klar darlegt, wie mit den zahlreichen Pensionsantritten in den nächsten Jahren umgegangen wird. Er erachtet die "natürlichen Abgänge" als "Riesenchance", um junge Journalisten und Journalistinnen neben erfahrenen Redakteuren heranwachsen zu lassen.

Derzeit machen Unter 30-Jährige lediglich drei Prozent der Belegschaft aus. "Das ist viel zu wenig", sagte Lockl. Hinsichtlich des ORF-Budgets meinte Finanzausschuss-Vorsitzender Zach: "Wir sind in einer krisenhaften Situation und wissen nicht genau, wie sie sich wirtschaftlich auswirkt. Wir müssen mit Bedacht vorgehen, damit das Unternehmen auf Kurs bleibt."
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