ORF-Stiftungsrat: Budget- und Zukunftsfragen ...
 
ORF / Thomas Ramstorfer
Der Gremiensaal im ORF-Zentrum am Küniglberg blieb Corona-bedingt leer, der Stiftungsrat tagte im Fernseh-Studio 2 des ORF, wo sonst etwa die Comedyshow "Was gibt es Neues?" aufgezeichnet wird.
Der Gremiensaal im ORF-Zentrum am Küniglberg blieb Corona-bedingt leer, der Stiftungsrat tagte im Fernseh-Studio 2 des ORF, wo sonst etwa die Comedyshow "Was gibt es Neues?" aufgezeichnet wird.

Beim Stiftungsrat am Donnerstag erfolgte der Startschuss für ein bis ins Jahr 2025 reichendes Strategiekonzept des ORF, in dessen Mittelpunkt die Digitalisierung stehen soll. Roland Weißmann wurde zum Leiter des neuen ORF-Players bestellt und der Jahresabschluss 2019 abgesegnet.

Der ORF startet mit der Entwicklung seiner Strategie für die Jahre 2021 bis 2025. Das Konzept soll über den Sommer erstellt und im Dezember beschlossen werden, kündigte Generaldirektor Alexander Wrabetz am Rande der Sitzung an. Der ORF-Stiftungsrat setzte eine elfköpfige Arbeitsgruppe ein, die den Prozess begleiten wird. Den Vorsitz übernimmt Thomas Zach, Vorsitzender des ÖVP-"Freundeskreises" im Stiftungsrat. Stellvertreter ist Lothar Lockl, von Grüner Regierungsseite ins Aufsichtsgremium nominiert.
Im Zuge der Sitzung wurde zudem Roland Weißmann zum Projektleiter für den ORF-Player bestellt. Er wird dritter Geschäftsführer der ORF Online und Teletext GmbH & Co KG, bleibt aber ORF-Chefproducer.

'Strategiekonzept kein Wahlprogramm'

Die Digitalisierung wird ein Schwerpunkt des neuen Strategiekonzepts. Im Rahmen der Erstellung der neuen Strategie sollen auch die bestehenden Strukturen, also etwa im Bereich der Direktionen, hinterfragt werden. "Es ist kein Wahlprogramm, aber es ist wichtig, dass der ORF einen vom Stiftungsrat abgesegneten Weg hat", sagte Wrabetz. Es dürfe keine Situation der Unsicherheit entstehen. Im Sommer 2021 steht die Wahl der ORF-Führung ab 2022 an. Die Eckpunkte der Strategie werden von der Geschäftsführung vorgelegt. "Das Ganze soll ein sehr schlanker und schneller Prozess sein", bekräftigte Wrabetz.

Auch über das laufende Sparprogramm wurde dem Stiftungsrat berichtet. Im Jahr 2021 müssen im ORF insgesamt 75 Millionen Euro eingespart werden. "Jede Abteilung weiß, wie viel sie bringen muss und ist im Ringen mit sich selbst, um Wege zu finden, wie man das realisieren kann", so Wrabetz. "Wir sind teilweise schon relativ weit."
Im Rahmen der Sitzung wurde weiters über den Antrag von Stiftungsrat Hans Peter Haselsteiner (NEOS) auf Änderung der Geschäftsordnung abgestimmt. Der Antrag, der die Abwahl des Vorsitzenden unter bestimmten Umständen ermöglichen hätte sollen, erhielt nur eine Stimme. Norbert Steger (FPÖ) bleibt damit weiter Vorsitzender des Stiftungsrates.

Bilanz 2019

Teil der Tagesordnung war der Jahresabschluss 2019. Der ORF-Konzern bilanzierte im Vorjahr mit einem Ergebnis vor Steuern (EBT) in der Höhe von 21,2 Mio. Euro positiv. Das EBT der Muttergesellschaft betrug 20,6 Mio. Euro. Die Umsatzerlöse des ORF-Konzerns lagen 2019 bei 1,053 Mrd. Euro (2018: 1,046 Mrd. Euro). Die Erlöse aus Programmentgelten betrugen 643 Mio. Euro (2018: 637,1 Mio. Euro), jene aus der Werbung 219,5 Mio. Euro (2018: 229,6 Mio. Euro) und sonstige Umsatzerlöse 190,7 Mio. Euro (2018: 179,1 Mio. Euro).

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