ORF: Stegers Aussagen für Van der Bellen "bes...
 

ORF: Stegers Aussagen für Van der Bellen "besorgniserregend"

Flickr/Franz Johann Morgenbesser
"Das ist keine Angelegenheit zwischen Parteien und ORF, das geht uns alle an. Und sollte uns alle besorgt machen."
"Das ist keine Angelegenheit zwischen Parteien und ORF, das geht uns alle an. Und sollte uns alle besorgt machen."

Die Ideen des FPÖ-Stiftungsrates Norbert Steger zur Zukunft des ORF sind für Bundespräsident Alexander Van der Bellen "besorgniserregend", wie er gegenüber dem "profil" sagt - und andeutet, dass diese Formulierung gemäßigter ist als das, was er sich privat denkt.

Dass FPÖ-Stiftungsrat Norbert Steger, möglicherweise auch künftiger Vorsitzender des höchsten ORF-Gremiums, dort ein Drittel der Korrespondentenstellen streichen will und diese Aussage im Zusammenhang mit Berichterstattung getätigt hat, die der FPÖ missfällt, ist aus der Sicht des Bundespräsidenten "besorgniserregend", weil das die Frage aufwerfe: "Wollen wir Provinz sein oder wollen wir wissen, was in Europa und der Welt los ist?", wie er in dem Interview in der aktuellen Ausgabe des "profil" formuliert.

Was Steger als seine Linie für den ORF absteckte, sei "keine Angelegenheit zwischen Parteien und ORF, das geht uns alle an. Und sollte uns alle besorgt machen", so Van der Bellen. Er appelliert zudem an "alle anderen Medien, diese Entwicklung sorgfältig zu beobachten". Auch spricht sich Van der Bellen klar für die Gebührenfinanzierung des ORF aus. Eine Finanzierung aus Budgetmitteln wäre aus seiner Sicht "das Ende der journalistischen Freiheit des ORF. Denn wenn der ORF Jahr für Jahr auf Finanzierung aus dem Budget angewiesen ist, dann kann die Regierung jede ORF-Führung erpressen."

Bemerkenswert an Van der Bellens Aussagen ist zudem, dass er den ORF - unmittelbar vor den entscheidenden Weichenstellungen im Stiftungsrat - selbst in dem Interview zum Thema macht, da die Interviewfrage nur die Position der österreichischen Regierung zur ungarischen Orbán-Regierung thematisierte. Außerdem unterstreicht Van der Bellen an anderer Stelle in dem Interview, dass alle seine Aussagen als durch sein Amt bedingt zu verstehen seien, "weil der Bundespräsident eine bestimmte Rolle hat. Man erwartet von mir eine gewisse Ruhe und Gelassenheit, die bemühe ich mich durchzuhalten. Was ich mir beim ersten Kaffee manchmal denke, das bleibt bei mir."

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