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ORF-Publikumsrat: „ORF-Player ambitionierteste Veränderung seit 20 Jahren“

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ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz informierte beim ORF-Publikumsrat über Marktanteile und Reichweiten. Diskutiert wurde zudem die derzeitige gesetzliche Regelung für ORF-Volksgruppensendungen.

Der ORF erreiche täglich, so Generaldirektor Alexander Wrabetz, erreiche täglich 3,7 Millionen Seher, die ORF-Radios 4,7 Millionen Hörer, ORF.at täglich eine Million User und ORF III schon 700.000 Zuschauer pro Tag. Aber auch off air versuche der ORF mit dem Publikum in Kontakt zu treten, so etwa mit der „Langen Nacht der Museen“, so der Generaldirektor, der auch einen Ausblick auf 2019 gab: „Wir haben die Weichen für 2019 gestellt: Wir haben erstmals Schema und Budgets in der neuen Channel-Struktur erarbeitet und erzielen auch 2019 ein ausgeglichenes Ergebnis. Und schließlich haben wir das Grundkonzept für den ORF-Player erarbeitet. Der Player ist wahrscheinlich die ambitionierte Veränderung des ORF-Angebots seit 20 Jahren, um den ORF für die nonlineare, digitale Medienwelt fit zu machen.“

Volksgruppensendungen im Fokus
Diskutiert wurde zudem die derzeitige gesetzliche Regelung für ORF-Volksgruppensendungen. Diese sieht vor, dass der ORF seine Inhalte nur sieben Tage lang in der TVThek zeigen darf. Ausnahmen gibt für Inhalte, die für den Schulunterricht geeignet sind, im Rahmen des Projekts "ORF-TVthek goes school".

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz schloss sich der Forderung nach einem Volksgruppen-Archiv an. Er befürworte eine Änderung des ORF-Gesetzes in diesem Punkt. Dass der ORF seine Sendungen nach sieben Tagen wieder verschwinden lassen muss, berücksichtige die nonlineare Nutzung nicht entsprechend. "Es wäre sinnvoll, wenn wir im ORF-Gesetz die Möglichkeit bekommen", sagte Wrabetz.

Kommunikationswissenschafter Matthias Karmasin schlug vor, ein Schlupfloch in der Sieben-Tage-Regelung zu nutzen. Ein Archiv "Geschichte der Volksgruppen" wäre auch jetzt schon möglich, so Karmasin. Der ORF dürfe historisch relevante Inhalte - unter anderem für den Geschichtsunterricht - auch länger online halten.

Den Anschluss nicht verlieren
Der Volksgruppen-Vertreter im ORF-Publikumsrat, Josef Buranits,Buranits sagte, dass insbesondere Jugendliche immer Zugriff auf ihre Programme haben wollen. "Hier dürfen wir den Anschluss nicht verlieren." Wrabetz sagte zu, dass die Volksgruppen auch in der künftigen nonlinearen "Player"-Strategie berücksichtigt werden.

Ideen und Wünsche, wie das Minderheiten-Programm ausgebaut werden könnte, gab es in der Sitzung viele. Am lautesten war der Ruf nach einem Kinderprogramm in den Sprachen der Volksgruppen. Per Empfehlung forderte der Publikumsrat zudem eine wöchentliche, halbstündige Sendung über alle sechs autochtonen Volksgruppen auf ORF III.

Wrabetz erteilte den Ausbauwünschen eine Absage. "Wir haben derzeit ein Einsparungsprogramm", insofern gehe es darum, das zu verteidigen, was es gibt. 2019 gebe es im Programmschema keine Änderung gegenüber 2018, was die Volksgruppen-Sendungen betrifft. Das ORF-Budget für nächstes Jahr, das erstmals die neuen Channel-Strukturen berücksichtigt, soll am 13. Dezember vom Stiftungsrat beschlossen werden.



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