ORF-Moderatorin Barbara Rett wird 65
 

ORF-Moderatorin Barbara Rett wird 65

Andreas Tischler
Kultur
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Beim Nestroy-Preis fühlt sie sich ebenso zuhause wie bei den Salzburger Festspielen oder auf dem Opernball: Barbara Rett ist seit Jahren eine fixe Größe des ORF - auch abseits ihrer Kernkompetenz als "Kulturlady".

Geboren wurde Barbara Rett am 30. Juli 1953 in Wien. Schon ihre Studienzeit war von Kunst und Kultur geprägt, 1978 promovierte sie an der Universität Innsbruck über "Johann Nestroy und die Bürgerliche Revolution". Zudem ist die Fernsehmoderatorin promovierte Romanistin. Die ersten Kontakte mit ihrer späteren journalistischen Karriere machte sie noch zu Schulzeiten, als sie in der ORF-Radiosendung "Musicbox" tätig war. Von 1979 bis 1986 war sie Direktorin der Volkshochschule Hietzing, bevor es sie wieder zum ORF verschlug.

Musicbox und VHS

Ende der 1980er-Jahre begann Retts erfolgreicher Weg zur gefragten Fernsehmoderatorin. Zunächst als Gastgeberin des "Club 2", kam sie mit Mitte der 90er-Jahre ins Hauptabendprogramm. Zu dieser Zeit führte der ORF im Rahmen der "Zeit im Bild" die Kulturnachrichten ein, die Rett abwechselnd mit Clarissa Stadler, Erna Cuesta und Paul Kraker moderierte. Davor moderierte sie bereits Themenabende zu österreichischer Kultur und Geschichte auf Arte und war auch als unabhängige Kuratorin tätig. In dieser Funktion gestaltete sie unter anderem Ausstellungen und Projekte wie die "Wittgenstein-Begegnungen" in der Secession und dem Museum für Angewandte Kunst oder "Die Strudlhofstiege und Doderers Wien".

Wesentlich geprägt hat Rett auch die wöchentliche Kultursendung des ORF, den damaligen "Treffpunkt Kultur", das größte Publikum dürfte sie aber mit den großen Kultur- und Festspieltankern des Landes erreicht haben. Ob Salzburger oder Bregenzer Festspiele, die Operetten auf der Seebühne Mörbisch oder wesentliche Premieren der Wiener Staatsoper: Stets bildet Barbara Rett für das interessierte Publikum mit einführenden Worten und Hintergrundinfos einen Wegweiser - eine Rolle, die sich auch für das Livepublikum des Matineen-Zyklus der Wiener Symphoniker im Konzerthaus übernahm.

Aushängeschild für ORF III

Die Gunst des Publikums dürfte wohl auch eine Rolle gespielt haben, als es Rett bei der ersten Auflage der ORF-Tanzshow "Dancing Stars" (2005) bis in die vorletzte Runde schaffte und sie letztlich den dritten Platz belegte. "Ich habe das als Mutprobe für mich gemacht, zum inneren Wachsen", erklärte sie damals kurz nach ihrem Ausscheiden. Seit diesem Ausflug in die Unterhaltungswelt steht für Rett aber wieder Hochkultur an erster Stelle, fungiert sie doch auch als ein Aushängeschild für den 2011 gestarteten Kultur- und Informationskanal ORF III.

Nicht zuletzt dafür wurde sie von der Branchenzeitschrift "Der Österreichische Journalist" 2012 als beste Kulturjournalistin des Landes ausgezeichnet, zudem erhielt sie im Rahmen der Fernsehpreise der Erwachsenenbildung den Axel-Corti-Preis. Und auch den Ausflug in die digitale Welt wagte sie, führte sie vor einigen Jahren doch einen mittlerweile eingestellten Blog "MitbestenEmpfehlungen", wie der selbstsprechende Titel lautete.

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