"Faktencheck": ORF will mit 50:50-Challenge z...
 
"Faktencheck"

ORF will mit 50:50-Challenge zu mehr Gleichstellung

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Der ORF beteiligt sich an der Initiative der BBC, bei der kontinuierlich mehr Frauen vor die Kamera geholt werden sollen. Bereits 90 Sendungen nehmen teil. Mittlerweile liege der Frauenanteil bei 45 Prozent.

Vor vier Jahren startete die BBC die 50:50-Challenge, an der sich seit Oktober auch der ORF beteiligt. Im Rahmen dieser Challenge wird der Frauenanteil - Moderatorin, Off-Stimme, Protagonistin (Expertin, Interviewpartnerin) - der einzelnen Sendungen ausgewertet. Gestartet sei die Aktion mit rund 30 Sendungen, mittlerweile würden rund 90 Formate ihre Gestaltung monitoren, wobei mittlerweile schon 3.500 Einzelsendungen analysiert wurden. Schon Ende März hätten bereits die Hälfte der Sendungen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern erreicht, insgesamt liege der Anteil bei 45 Prozent. In der Kategorie Protagonistin gebe es allerdings noch Aufholbedarf, dort liege der Frauenanteil bei 42 Prozent, berichtet Katia Rössner, ORF-Gleichstellungsbeauftragte. Generaldirektor Alexander Wrabetz sagte bei der Präsentation: "Ich bin überzeugt, dass Gleichstellung und Gleichbehandlung ein Erfolgsfaktor für ein Unternehmen ist und unser öffentlich-rechtlicher Auftrag, dass wir uns diesem Ziel widmen. Wir wollen, dass sich auch die Frauen aus unserem Publikum im Programm wiederfinden und Männer sehen und lernen, dass es in allen Bereichen tolle Frauen gibt. Es sollte keine klassischen Männerdomänen mehr geben."

Die Challenge sei natürlich den gängigen Qualitätskriterien untergeordnet, nur sei es eben selten der Fall, dass es für ein bestimmtes Thema keine Frau gebe, die ihre Expertise mitteilen könnte. Waltraud Langer, Chefredakteurin der TV-Hauptabteilung Magazine und Servicesendungen, meinte, dass in den Redaktionen natürlich das Bewusstsein da war, bei der Gestaltung ein ausgewogenes Verhältnis im Blick zu haben, nur habe man mit der 50:50-Challenge nun ein Tool zum "Faktencheck".  
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