ORF kontert VÖZ-Reformvorschlägen
 

ORF kontert VÖZ-Reformvorschlägen

ORF-Kommunikationschef Pius Strobl kritisiert die "Leitsätze" des Zeitungsverbandes zur ORF-Reform als "kommerziell getrieben".

Die heute vom Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) publizierten "Leitsätze zur ORF-Reform" will das ORF-Management so nicht stehen lassen. Es sei jedem unbenommen, Vorschläge für allfällige gesetzliche Änderungen hinsichtlich der grundsätzlichen österreichischen Medienordnung zu machen, heißt es in einer aktuellen Aussendung vom Küniglberg. ORF-Kommunikationschef Pius Strobl dazu: "Die Vorschläge des VÖZ scheinen jedoch weniger von der Sorge um das Publikum und das duale System in Österreich als eher von den Marktinteressen kommerzieller Mitbewerber getrieben zu sein." Die VÖZ-Vorschläge seien jedenfalls "nicht dazu angetan, den Medienstandort Österreich zu stärken". Bemerkenswert sei denn auch, dass in Zeiten der Krise "gerade die Marktverfechter am lautesten nach noch stärkerer staatlicher Regulierung von Konkurrenten rufen", so Strobl weiter. Die Forderung, die ORF-Programmangebote auf jene Leistungen zu beschränken, die nicht vom Markt erbracht werden, stehe im krassen Widerspruch zum System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Europa. Der ORF würde dadurch auf ein elitäres Nischenangebot reduziert. Das öffentlich-rechtliche Prinzip sei eine Frage der Programmqualität und nicht der Programmgattung - öffentlich-rechtlicher Rundfunk richte sich an das gesamte Publikum.







Die Erfüllung des gesetzlichen Auftrags durch den ORF auf dem höchst kompetitiven heimischen Medienmarkt könne "nur durch eine kombinierte Finanzierung aus Programmentgelten und Werbeerlösen" gewährleistet werden, lässt Strobl wissen. Kommerzielle Aktivitäten ohne Verwendung von Gebührengeldern müssten dem ORF zur Sicherung seiner wirtschaftlichen Zukunft weiterhin erlaubt sein. Als eines der "meistgeprüften Unternehmen" des Landes garantiere der ORF umfassende Transparenz bei der Verwendung seiner Mittel. Und: Hinter allen Aktivitäten der Marke ORF stünden öffentlich-rechtliche Programminhalte oder damit in Zusammenhang stehende Kommunikationsmaßnahmen beziehungsweise Kooperationen. Der ORF habe wie bisher auch in Zukunft nicht vor, "seine Marke in einem nicht dem öffentlich-rechtlichen Content- und Qualitätsanspruch entsprechenden Umfeld zu platzieren", heißt es.
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