ORF-Konter: Oliver Böhm: 'VÖP weit von Bedürf...
 
ORF-Konter

Oliver Böhm: 'VÖP weit von Bedürfnissen des österreichischen Werbemarktes entfernt'

ORF Enterprise
Böhm entgegnet Corinna Drumm und dem VÖP.
Böhm entgegnet Corinna Drumm und dem VÖP.

Der Geschäftsführer der ORF-Enterprise reagiert in einem Gastbeitrag auf das jüngste HORIZONT-Interview von Corinna Drumm (VÖP), in dem diese dem ORF zu hohe Werberabatte und marktschädigendes Verhalten vorwarf.

"Mit der Aussage 'dass Kunden Rabatte nicht nachvollziehen können' zeigt der VÖP auf tragikomische Weise, wie weit er von den Gegebenheiten und Bedürfnissen des österreichischen Werbe-Marktes entfernt ist. Der ORF hat mit vier nationalen Sendern gesamt 168 Minuten TV-Werbung am Tag zur Verfügung. Dem gegenüber sind es alleine bei der Pro7Sat.1Puls4ATV-Gruppe elf Sender. Plus elf Sender der RTL-Gruppe, ServusTV, Oe24.TV, GoTV, plus sechs Sender aus der Goldbach-Vermarktung. Letztendlich steht es dann 168 Minuten Werbezeit ORF zu 8.928  Minuten privat; und davon fließt der Großteil des Geldes ohne Wertschöpfung für Österreich ins Ausland ab.


Und da sagt der VÖP allen Ernstes der ORF habe zu viel Werbezeit???
Das ist absurd und beweist klar und unmissverständlich, wer dem Medienstandort Österreich schadet.
Der ORF ist es nicht.
Im Gegenteil.


Das bezeugen auch das hohe Engagement und die eindeutige Bekenntnis der Werbewirtschaft zum ORF. Eine von Integral im Mai des letzten Jahres durchgeführte Umfrage unter 100 nationalen und internationalen Top Werbern (Anm: siehe HORIZONT 48/2019) zum 'Stellenwert der ORF-Werbung für die österreichische Werbewirtschaft' kommt zu folgendem Schluss:

+ Über 90 Prozent der Befragten Werbe und Media-Agentur ExpertInnen finden den ORF wichtig, um gezielt die österreichischen KonsumentInnen zu erreichen.
+ Über 80 Prozent der Befragten Werbe und Media-Agentur ExpertInnen ist es sehr wichtig, dass die Werbemöglichkeiten im ORF zumindest im derzeitigen Ausmaß erhalten bleiben.


Ich empfehle Corinna Drumm dringend, einmal mit den betroffenen Marketing-Entscheidern zu reden. Dann würde sie hören und verstehen, dass die von ihr geforderten Werbebeschränkungen für den ORF hauptsächlich dazu führen würden, dass deutsche Werbefenster, Facebook, Google und Co noch mehr Geld aus Österreich absaugen; mit katastrophalen Folgen für den Wirtschafts- und Medien-Standort.
Und das klingt verdächtig nach Selbstzerstörung."

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