„ORF Info Plus“: VÖP ist skeptisch
 

„ORF Info Plus“: VÖP ist skeptisch

Der Verband Österreichischer Privatsender befürchtet durch das geplante Informations- und Kulturspartenprogramm eine „weitere Aushöhlung des öffentlich-rechtlichen Programmauftrages in den Vollprogrammen des ORF“.

Anfang November veröffentlichte der ORF einen Vorschlag für das Informations- und Kulturspartenprogramm „ORF Info Plus“ sowie ein Online-Angebot, in dem es heißt: „Hintergrund für die Veranstaltung eines eigenen Spartenprogramms für Information und Kultur ist die zunehmende Segmentierung der elektronischen audiovisuellen Medienlandschaft. Die fortschreitende Unterteilung der Zielgruppen hat dazu geführt, dass Inhalte immer genauer auf Programminteressen abgestimmt und über eigene Kanäle angeboten werden müssen. In einer derart dichten Konkurrenzlandschaft ist es für den ORF als öffentlich-rechtlichen Anbieter immer wichtiger, seine Unverwechselbarkeit zu stärken und seine Inhalte den jeweiligen Zielgruppen verlässlich, umfangreich und nachhaltig auch in spezialisierten Kanälen anbieten zu können.“ Für alle vom geplanten Informations- und Kulturspartenprogramm „Betroffenen“ bestand die Möglichkeit, zum vorliegenden Vorschlag bis zum 21. Dezember Stellung zu nehmen.  

Das ließ sich der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) nicht zwei Mal sagen und drückt in einer Aussendung seine Bedenken bezüglich des geplanten Informations- und Kulturspartenprogramms aus: „ORF Info Plus“ stelle eine „verzichtbare Stärkung der Marktposition des ORF im Rahmen des dualen Rundfunksystems“ dar, wodurch der Wettbewerb weiter zugunsten des ORF verzerrt würde. Außerdem befürchtet der VÖP durch die geplanten Programminhalte eine „weitere Aushöhlung des öffentlich-rechtlichen Programmauftrags in den Vollprogrammen des ORF, indem anspruchsvolle Inhalte von ‚ORF1‘ und ‚ORF2‘ in ‚ORF Info Plus‘ verschoben werden“. Der VÖP verlangt daher, dass dem durch „geeignete Auflagen“ entgegengewirkt werde.  

Weiters müsse sichergestellt werden, dass auch im Hinblick auf Werbung und kommerzielle Kommunikation in „ORF Info Plus“ die Unverwechselbarkeit des öffentlich-rechtlichen Auftrages gewährleistet sei.  

Den vom ORF eingebrachten Vorschlag für „ORF Info Plus“ finden Sie unter http://zukunft.orf.at. Auch fristgerecht eingelangte Stellungnahmen sollen – soweit vom „Betroffenen“ nicht aufgrund der Vertraulichkeit von Daten ausdrücklich untersagt – im Sinne der Transparenz und Nachvollziehbarkeit des Verfahrens auf der genannten Website veröffentlicht werden, heißt es dort.
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