ORF hält Fake-Doku für gelungen
 

ORF hält Fake-Doku für gelungen

Aufregung gibt es derzeit um eine nicht-gekennzeichnete ORF-Fake-Dokumentation in der Kultursendung "art.genossen", die am Montagabend, den 18. August 2008, über die Aufstockung des Nordturms des Wiener Stephansdoms berichtet hat.

Der Pressesprecher der Erzdiözese, Erich Leitenberger, meint dazu entschieden: "Der Stephansdom bekommt keinen zweiten Turm, der unausgebaute Nordturm bleibt wie er ist." Der ORF hatte im Vorfeld der am Montagabend auf ORF 2 ausgestrahlten Dokumentation angekündigt, die "art.genossen"-Redaktion sei bei ihren Recherchen auf einen konkreten Plan zum Bau des unvollendeten Nordturms gestoßen. Einige Zeitungen übernahmen den PR-Gag und kündigten auf ihren Programmseiten im Rahmen der ORF-Kultursendung die Enthüllung geheimer Pläne rund um Wiens Wahrzeichen an. Der ORF argumentiert, der Beitrag sei in erster Linie als Provokation gedacht gewesen, so Kommunikationschef Pius Strobl. Dass eine solche Aktion die Glaubwürdigkeit der Kultursendung untergraben könne, sieht man beim ORF nicht. Das Stilmittel der Fake-Doku sei bewusst gewählt worden, "um ein an sich ernstes und von vielen Emotionen begleitetes Thema - Architektur und Stadtgestaltung - aufzugreifen und eine breitgeführte Diskussion darüber anzuregen". Dieses Projekt hält der Sender für "gelungen" - nicht zuletzt dank der "hochkarätigen 'Kollaborateure', wie Bildungsministerin Claudia Schmied und Dompfarrer Toni Faber".





(Quelle: APA)
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