ORF-Gremien beschäftigen sich Mitte November ...
 

ORF-Gremien beschäftigen sich Mitte November mit Lindner-Aufträgen

Bericht des Generaldirektors über Ergebnisse der ORF-Revisionsprüfung auf Tagesordnung - Wrabetz: "Wir werden das lückenlos und transparent aufklären" - FPÖ überlegt Sachverhaltsdarstellung

Die Auftragsvergabe unter der früheren ORF-Generaldirektorin Monika Lindner wird nun auch fix den ORF-Stiftungsrat in seiner nächsten Sitzung am 14. November beschäftigen. Lindners Lebensgefährte, der Werber Wolfgang Lebisch, hatte während der Amtszeit der Ex-ORF-Chefin, Beratungsaufträge mit einem kolportierten Volumen von über zwei Millionen Euro erhalten. Am Mittwoch wurde die ORF-Revision mit einer Prüfung der Vorgänge beauftragt. Erste Ergebnisse dieser Prüfung sollen bis Mitte November vorliegen.

Stiftungsratsvorsitzende Brigitte Kulovits-Rupp informierte die Mitglieder des obersten ORF-Gremiums in einem Schreiben darüber, "dass der Generaldirektor in der Plenarsitzung des Stiftungsrats am 14.11.2013 in seinem Bericht über die von ihm in Auftrag gegebene Prüfung aller Geschäftsfälle der Firmen von Herrn Günter Lebisch mit dem ORF ab dem Jahr 1998 berichten wird". Lindner war von 1998 bis 2001 Landesdirektorin in Niederösterreich und von 2002 bis 2006 Generaldirektorin des öffentlich-rechtlichen Senders.

Wrabetz selbst erklärte unterdessen in einem Interview mit der Tageszeitung "Österreich", dass es ihm "nicht bekannt" war, ob Lebisch während der Auftragsvergaben schon Lindners Lebensgefährte war. Geprüft würden jedenfalls alle Vergaben an Lebisch beziehungsweise an seine Agenturen zwischen 1998 und 2006.

"Wir werden das lückenlos und transparent aufklären. Wir haben als ORF ein großes Interesse daran", so Wrabetz. Darüber hinaus verwies der ORF-Chef in "Österreich" darauf, dass seit seinem Dienstantritt als Generaldirektor im Jahr 2007 die Vergabe von Werbeetats mittels branchenüblicher Screenings durchgeführt werde. "Und seither hat Herr Lebisch keine Aufträge mehr gekriegt."

Die FPÖ teilte unterdessen am Donnerstag mit, eine Sachverhaltsdarstellung wegen des Verdachts der Untreue gegen Lindner in Erwägung zu ziehen, und das Team Stronach, für das Lindner ursprünglich kandidieren sollte, forderte die Abberufung Lindners aus dem Aufsichtsrat der Fachhochschule Wiener Neustadt. Im Internet wurde darüber hinaus eine Petition gegen Lindner gestartet, in der die Neo-Abgeordnete wegen der jüngsten Ereignisse dazu aufgefordert wird, ihr Nationalratsmandat zur Verfügung zu stellen.

(APA)
stats