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ORF GD-Wahl: Freude bei SPÖ, scharfe Kritik von FPÖ

Thomas Ramstorfer
"ORF Zentrum", "ORF-Zentrum" Küniglberg in Wien, Gebäude, Architektur, Zentrum.Im Bild: Luftaufnahmen ORF-Zentrum, Wien. - Veroeffentlichung fuer Pressezwecke honorarfrei ausschliesslich im Zusammenhang mit oben genannter Sendung oder Veranstaltung des ORF bei Urhebernennung. Foto: ORF/Thomas Ramstorfer. Anderweitige Verwendung honorarpflichtig und nur nach schriftlicher Genehmigung der ORF-Fotoredaktion. Copyright: ORF, Wuerzburggasse 30, A-1136 Wien, Tel. +43-(0)1-87878-13606
"ORF Zentrum", "ORF-Zentrum" Küniglberg in Wien, Gebäude, Architektur, Zentrum.Im Bild: Luftaufnahmen ORF-Zentrum, Wien. - Veroeffentlichung fuer Pressezwecke honorarfrei ausschliesslich im Zusammenhang mit oben genannter Sendung oder Veranstaltung des ORF bei Urhebernennung. Foto: ORF/Thomas Ramstorfer. Anderweitige Verwendung honorarpflichtig und nur nach schriftlicher Genehmigung der ORF-Fotoredaktion. Copyright: ORF, Wuerzburggasse 30, A-1136 Wien, Tel. +43-(0)1-87878-13606

Kurz nach der Wahl des neuen ORF-Generaldirektors haben sich auch alle Parteien zu Wort gemeldet.

Die Wahl von Alexander Wrabetz ist auch ein Sieg für die SPÖ. Sie hat ihren Kandidaten durchgesetzt, während die ÖVP-Stiftungsräte mehrheitlich für Grasl votierten und damit scheiterten. Entsprechend unterschiedlich fallen die Reaktionen aus der heimischen Politik zur Wahl aus.

Bei der SPÖ herrscht erwartungsgemäß Freude über den Ausgang der Wahl. Mediensprecher Josef Cap sprach von einer "positiven Wahl für die Zukunft des ORF". Cap weiter: "Sowohl in der wirtschaftlichen Performance des Unternehmens als auch bei journalistischer Kompetenz und Programminhalten gab es in den letzten Jahren eine absolut positive Entwicklung, die nun fortgesetzt werden kann." ÖVP-Generalsekretär Peter McDonald sprach von einer "hauchdünnen Mehrheit" für Wrabetz, die zu respektieren sei. McDonald verwies dennoch auf das Konzept von Grasl: "Ich halte es für essenziell, die vielen guten Ideen nicht zu verwerfen, sondern Grasls Reformvorschläge aufzugreifen und in den nächsten Jahren in die Arbeit des Generaldirektors miteinfließen zu lassen."

Scharfe Kritik kam von der FPÖ. Generalsekretär Herbert Kickl bezeichnete die Wahl von Wrabetz als "vertane Chance" für einen Neubeginn. "Sie bedeutet im Wesentlichen, dass strukturell alles so bleibt, wie es ist, und notwendige Reformen zugunsten einer rot-grün-rosa Postenpackelei geopfert wurden." Der "finanzielle und inhaltliche Abstieg" des ORF werde sich weiter fortsetzen, so Kickl. Die Hauptschuld dafür sieht Kickl bei Bundeskanzler Christian Kern, der es in den vergangenen Wochen versäumt habe, "eine große tragfähige und damit wirklich zukunftsfähige Neuaufstellung des ORF einzufordern und zu entwickeln".

Steger deutet Neuwahlen an

Kurz vor der Sitzung des Stiftungsrats am Dienstag hatte sich FPÖ-Stiftungsrat Norbert Steger zu Wort gemeldet und erklärt, er werde Richard Grasl wählen. Gleichzeitig verriet er, dass er von der FPÖ beauftragt wurde, ein neues ORF-Gesetz auszuarbeiten und sprach von Neuwahlen. Sollte aus dieser die FPÖ als Sieger hervorgehen, würden sich auch die Machtverhältnisse im Stiftungsrat deutlich verschieben. 

Brosz: "Blauer Machtrausch"

Der Grüne Mediensprecher Dieter Brosz kritisierte die Aussagen von Steger: "Diese Unverfrorenheit reiht sich nahtlos in den blauen Machtrausch der vergangenen Monate ein. Ich hoffe, dass es dagegen breiten Widerstand geben wird." Wrabetz stehe nun vor einer "spannenden Herausforderung", so Brosz. "Der ORF muss unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Antworten auf den Medienwandel und das geänderte Mediennutzungsverhalten gerade bei einer jüngeren Altersgruppe finden. Im Informationsbereich gilt es, die journalistische Unabhängigkeit mit einem konstruktiven Journalismus zu wahren." Für die Bewältigung dieser Aufgaben wünsche er Wrabetz die notwendige Kraft, so Brosz. 

"Groß-koalitionäre Allmachts-Phantasien"

Neos-Vorsitzender und Klubobmann Matthias Strolz sagte nach der Wahl: "Die Bestellung des ORF-Generaldirektors ist ein letzter Rest groß-koalitionärer Allmachts-Phantasien. Eine Entpolitisierung des ORF ist dringend notwendig. Es ist bezeichnend, dass sich kein wirklich unabhängiger Medienmanager aus dem In- oder Ausland für den Posten des ORF-Generaldirektors beworben hat." Dennoch gratulierte er Wrabetz zur Bestellung und wünschte ihm "verschlossene Ohren für die Einflüsterer aus der Politik" sowie einen offenen Blick für die anstehenden Herausforderungen.
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