ORF feiert Hugo Portisch
 

ORF feiert Hugo Portisch

APA
Doyen des österreichischen Qualitätsjournalismus
Doyen des österreichischen Qualitätsjournalismus

Der ORF bringt zu Hugo Portisch's 90. Geburtstag einen Programmschwerpunkt und veranstaltete am Dienstagabend auch eine prominent besuchte Feier.

Der ORF würdigt Hugo Portischs 90. Geburtstag nicht nur mit einem Programmschwerpunkt, in dessen Mittelpunkt eine dreiteilige Dokumentation über den "Doyen des österreichischen Qualitätsjournalismus" steht. Er veranstaltete am Dienstagabend auch eine prominent besuchte Feier, bei der Portisch jede Menge Dankesworte entgegennahm.

Von Bundespräsident Alexander Van der Bellen abwärts fand sich eine hochkarätig besetzte Gratulantenschar ein, um den immer noch gewohnt quirligen Jubilar hochleben zu lassen. "Ich persönlich habe Ihnen viel zu danken", sagte der Bundespräsident in Richtung Portischs. "Ihnen als Europäer, als Historiker, als Journalist, und ich finde, als hervorragender Pädagoge." Denn Portisch könnte Menschen etwas beibringen "ohne, dass sie belehrt werden. Das ist eine hohe Kunst."

"Einer der Großen der ORF-Geschichte"

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz würdigte Portisch als "einen Großen der ORF-Geschichte". Nicht zuletzt habe er "das Bewusstsein für die Rolle des ORF als elektronisches Gedächtnis dieses Landes geschaffen" und "auch heute noch oft unerreichte Standards für Kommentar, Analyse, Objektivität und Unabhängigkeit gesetzt".

Portisch selbst fand die dreiteilige Doku-Reihe über ihn, die am Dienstagabend präsentiert wurden, "viel zu viel": "Ich will überhaupt nicht gern gefeiert werden, aber ich bedanke mich sehr, dass Sie es tun", sagte er zu den Gästen. Die Überreichung der Geschenke des ORF quittierte er denn auch mit einem "Nicht das auch noch!" Über die zwei Karikaturen von Gerhard Haderer, der ebenfalls dabei war, sowie einen Olivenbaum für den toskanischen Zweitwohnsitz zeigte er sich dennoch hoch erfreut. "Happy Birthday" gab's zum Abschluss auch noch.

Was er sich sonst zum Geburtstag wünscht? "Frieden", sagte Portisch schlicht. "Ich weiß, was Krieg heißt." Die EU als "Friedenspakt" sei daher "ungeheuer bedeutungsvoll". Außerdem "gibt es noch ein paar Flecken in der Welt, die ich gerne sehen möchte", legte er ungebremsten Tatendrang an den Tag.

Unter den Gratulanten bei dem Dinner im ORF - Portisch selbst hatte Mitsprache bei der Menüfolge - fanden sich neben dem Bundespräsidenten auch Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) ein, Medienminster Thomas Drozda (SPÖ), Alt-Bundespräsident Heinz Fischer und der frühere Bundeskanzler Franz Vranitzky (SPÖ). Dazu nahmen zahlreiche Freunde, Weggefährten und weitere Prominenz aus Politik und Medien teil.

Die wichtigen Stationen seines Lebens

Zwei seiner langjährigen Wegbegleiter wurden für "Aufregend war es immer" - auch der Titel Portischs im Vorjahr veröffentlichter und nun aktualisierter Autobiografie - von Karo Wolm und Wolfgang Winkler engagiert: Der Journalist Heinz Nußbaumer und der Historiker Oliver Rathkolb sprachen mit ihm über die wichtigsten Stationen seines Lebens und seiner Karriere. Teil eins (Freitag, 17. Februar, 20.15 Uhr) widmet sich seinen publizistischen Anfängen und seinem familiären Hintergrund. Teil zwei (Samstag, 18.2., 20.15 Uhr) blickt zurück auf Portischs Einsätze als ORF-Chefkommentator in aller Welt. Teil drei (Sonntag, 19.2., 20.15. Uhr) schließlich porträtiert Portisch als "Dokumentarist der Zeitgeschichte".

Darüber hinaus ist Portisch diesen Donnerstag zu Gast bei "Stöckl", ORF III zeigt ab Freitag ausgewählte Folgen der Neuauflage von "Österreich II" und weitere Dokumentationen. Die neue "Menschen & Mächte"-Ausgabe von Gerhard Jelinek über das Geburtstagskind wird am Freitag um 11.50 Uhr in ORF 2 wiederholt. Ö1 widmet sich Portisch in einem "Salzburger Nachtstudio (bereits am Mittwoch), die ORF-TVthek stellt - soweit die Lizenzrechte dafür vorhanden - einen sogenannten "Themencontainer" zur Verfügung.
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