ORF-"Die große Chance": Von Jongleuren, Schla...
 

ORF-"Die große Chance": Von Jongleuren, Schlangenfrauen und Zauberern

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Gesungen und getanzt wird auch - Talentshow ab 13. September in ORF eins - Neue Moderatorin Alice Tumler sucht Platz in "eingespieltem Team"

Ein mit Tennisschlägern jonglierender Krankenpfleger aus Tirol, eine stimmgewaltige 15-jährige Grazerin oder die dreizehnjährigen Profitänzer Jennifer und Jonathan: Sie alle wittern dieser Tage ihre "Große Chance". Zum bereits dritten Mal sucht der ORF Talente aus ganz Österreich, derzeit finden in den Wiener Rosenhügelstudios die Aufzeichnungen für die ersten Castingshows statt. Die Stimmung ist ausgelassen, die Jury neugierig. Wer sich dem gestrengen Urteil von Peter Rapp, Rapper Sido, Ballerina Karina Sarkissova und Sängerin Zabine so aller stellt, ist ab 13. September in ORF eins zu sehen. Bereits im Vorfeld gewonnen hat Alice Tumler, die an der Seite von Andi Knoll als neue Moderatorin fungiert. Die Live-Sendungen starten im November.

"Ihr habt ein tolles Rhythmus-Gefühl, ich bin schwer begeistert", lobt etwa Sido jene drei serbischen Geschwister, die mit zwei Geigen und einem Akkordeon "echte Volksmusik machen" (Zabine) und damit auch Sarkissovas "Seele zum Aufblühen" gebracht haben. "Leider, leider.... zu kurz", neckt die Tänzerin wenig später die beiden Kinder Jennifer und Jonathan, nachdem sie einen professionellen Jive aufs Parkett gelegt haben. "Ich könnte euch noch doppelt so lang zuschauen!" Doch nicht immer ist die Jury über das Gebotene derart erfreut. So punktet etwa Florian, alleinerziehende Vater dreier Söhne, vor allem durch seinen Mut, sich auf Wunsch seines Sohnes erstmals singend auf eine Bühne zu stellen. Man merke eben schon, "dass du kein Sänger bist", konstatiert Sido, der die Kandidaten nach der Punktevergabe gerne mit einem "Das war deine große Chance!" verabschiedet.

Als einen "Riesenspaß" mit "guter Gage" sieht Sarkissova ihre erneute Teilnahme als Jurorin, wie sie im APA-Gespräch sagt. Sie empfinde "Die große Chance" als "sehr ehrliche Show", in der sie mit Herz und Seele dabei sei. Der Reiz der aktuellen Staffel bestehe darin, dass jeder Juror eine Kandidaten sozusagen "mitnehme" und sich für ihn persönlich stark mache. Diese enge Bindung sei es jedoch auch, die ihr schlaflose Nächte bereite. Etwa wie kürzlich, als sie nicht schlafen konnte, weil sie einen sehr talentierten Kandidaten nicht habe weiterbringen können: "Mein Herz ist oft zerrissen worden", meint sie auch in Hinblick auf die persönlichen Schicksale, die manche Teilnehmer auf der Bühne erzählen. Aber auch schöne Momente, etwa "wenn Baggerfahrer plötzlich Arien singen", bleiben ihr in Erinnerung. Ihren elfjährigen Sohn würde sie jedenfalls "jederzeit" mitmachen lassen, auch wenn sie sich als Jurorin selbstverständlich dabei enthalten würde.

Neues Moderatorenteam

Alice Tumler, die Doris Golpashin ablöst, würde sich eine Teilnahme ihrer kleinen Tochter "erst dann überlegen, wenn es soweit ist. Wenn sie wirklich ein großes Talent hat, würde ich sie mitmachen lassen", so Tumler zur APA. "Aber nur unter der Bedingung, dass sie alt genug ist, um mit Kritik umgehen zu können." Sie selbst sieht es als Herausforderung, in einem eingespielten Team die Neue zu sein, ist sich aber sicher, ihren Platz bald zu finden. Ein alter Hase ist hingegen Andi Knoll, der an ihrer Seite moderiert. Ihn fasziniert es, "dass Leute, die sonst auf kleinen Geburtstagsfeiern auftreten, ein großes Forum kriegen". In "Die große Chance" könne man endlich sehen, was Menschen machen, "wenn sie nicht gerade bei der Arbeit oder in der Schule sind", er schätze die Kreativität der Darbietungen.

Eine Zurschaustellung der Kandidaten sieht er nicht. "Die Geschichten sind ja wahr", meint er zur APA. Und es sei ja nicht so, dass man die Leute angerufen und gebeten habe, in die Show zu kommen. Gerade bei jungen Teilnehmern nehme der ORF seine große Verantwortung ernst. "Wenn man hierherkommt, weiß man ja, was einen erwartet", sagt etwa die 15-jährige Lisa, die demnächst eine Lehre als Restaurantfachfrau beginnen wird und von ihrem neuen Arbeitgeber bereits jetzt in ihrem Wunsch, Sängerin zu werden, unterstützt wird.

"Ich habe mir die Sendung sehr genau angeschaut", sagt auch ihre Mutter, die ihre Tochter zum Beispiel in anderen Castingshows "nicht hätte mitmachen lassen". Sie kenne ihre Tochter sehr gut und mache sich keine Sorgen, dass Lisa aufgrund von Jury-Bewertungen oder Neid von Kollegen Schaden nehmen könnte. "Nicht ums Berühmtwerden" geht es der 24-jährigen Sandra, die in der Sendung ein selbst komponiertes Lied vortragen wird. "Mir geht es darum, das zu machen, was ich aus tiefstem Herzen gerne und hoffentlich auch gut mache." Ihre Konkurrenten in der Castingshow müssen sich großteils auch nicht verstecken: Egal ob ein junger Zauberer, eine geschmeidige Schlangenfrau oder ein angehender Rapper - das Potenzial vieler Teilnehmer ist groß. Wie sich die Kandidaten geschlagen haben, wird dann im Herbst verraten.

(APA)
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