ORF bringt TVthek für Windows 8
 

ORF bringt TVthek für Windows 8

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Bis zu 150 ORF-Sendungen "on demand" auf PCs und Tablets mit dem neuesten Microsoft-Betriebssystem.

Im der österreichischen Microsoft-Zentrale in Wien hat der ORF am Mittwoch Abend seine neue TVthek-App für Windows-8-Geräte präsentiert, die ab sofort zusätzlich zum Web-Portal, den Apps für Smartphones, iPad, Smart-TVs von Samsung sowie den Angeboten bei den Kabel-Betreibern A1 und UPC kostenlos verfügbar ist. Microsoft-Österreich-Chef Georg Obermeier sagte, dass die TVthek als "Leit-App" eine von mittlerweile 200 österreichischen Apps im Windows Store sei, bis Ende des Jahres solle diese Zahl auf 500 anwachsen. Microsoft ist sowohl Lizenzpartner als auch Werbepartner des ORF.

Die ORF TVthek kann auf PCs und Tablets mit den Betriebssystem Windows 8 gratis installiert werden. Sie ist für die Bedienung per Touchscreen ausgelegt, kann am Stand-Computer aber auch per Maus bedient werden. Rein optisch machte die App auf HORIZONT Online einen sehr guten Eindruck, lediglich könnten Schriften ein wenig größer und die Bedienung ein wenig flüssiger sein. Interessant sind Funktionen wie das "Pinnen", mit dem man die App hinsichtlich favorisierter Sendungen einfach personalisieren kann, indem man sich Sendungen auf die Startseite legen und sich über neue Inhalte automatisch informieren lassen kann.

Zahlen-Poker

Wie viele Österreicher in den nächsten Tagen und Wochen aber überhaupt die Möglichkeit haben, die neue ORF-App zu nutzen, blieb beim Pressegespräch offen. Microsoft-Chef Obermeier konnte oder wollte Details zu Marktanteilen von Windows 8 in Österreich nicht bekannt geben, auch wenn ORF-Onlinechef Thomas Prantner das "sehr interessant" fände. Auch dieser traute sich keine Einschätzung zu, wie viele Downloads die App künftig haben werde. Auch über die Entwicklungskosten - die APA IT hat die App entwickelt - schwieg man sich am Mittwoch Abend aus.

Zahlen zu der bisherigen Nutzung der ORF TVthek gab es dann doch zu hören: Derzeit hält das Angebot, das neben "on Demand"-Sendungen auch etwa 50 Live-Streams bietet, bei 16 bis 17 Mio. Abrufen pro Monat, 21 Prozent der Abrufe kommen bereits über mobile Geräte (PC: 76 Prozent, TV-Geräte: 3 Prozent). Laut aktuellen ÖWA-Plus-Zahlen hat die ORF TVthek insgesamt eine Reichweite von 851.000 Unique Usern. Wie Prantner vom ORF aber auch sagte, solle man die "Kirche im Dorf lassen", immerhin entspräche das etwa einer Tagesreichweite von 2 Prozent der herkömmlichen TV-Inhalte. "Das ist kein Ersatz für lineares TV, sondern eine Ergänzung für Menschen, die zu einer bestimmten Tageszeit nicht zusehen können." Überlegt wird jedoch, alle vier ORF-Sender durchgehend live ins Internet zu streamen.

Ausweitung auf alle Plattformen und Vermarktung

Michel Götzhaber, ORF-Direktor für Technik, Online und neue Medien, kündigte an, dass die TVthek im 2. Quartal im hBBTV-Standard auf Internet-fähige TV-Geräte komme, zudem sollen Apps für Smart-TV-Geräte von LG, Philips, Panasonic und Sony in Planung sein. Außerdem kommt das Angebot zu den Kabelbetreibern LIWEST, Salzburg AG und kabelplus, womit dann 95 Prozent aller österreichischen Kabelkunden abgedeckt wären. Insgesamt wolle man auf allen Plattformen erreichbar sein.

Auch die Vermarktung der ORF TVthek (in der neuen Windows-8-App sind bereits Flächen für Display-Ads eingeplant) ist weiter Thema. Eine Entscheidung auf den Antrag erwarte man bis Sommer, so Prantner, der wieder darauf verwies, dass das nicht zum Schaden der Privaten sein werde. Wird dem Antrag stattgegeben, kann der ORF Display Ads und Video-Werbung verkaufen.
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