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ORF-"2013 Backstage": Ein Blick hinter die Schlagzeilen des Jahres

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Jahresrückblickshow mit Robert Kratky soll "berühren, informieren, Dinge noch mal in Erinnerung rufen" - Am 22. November um 20.15 Uhr auf ORF eins

Die Bilder des Jahres aus den Köpfen der Menschen auf den TV-Schirm bringen: Diesem Vorhaben stellt sich der ORF mit der Jahresrückblickshow "2013 Backstage" am Freitag. Ö3-"Wecker"-Moderator Robert Kratky verlässt dafür das Radiostudio und lässt live mit Gästen das Jahr Revue passieren. "Berühren, informieren, Dinge noch mal in Erinnerung rufen und weiterdenken", gibt er als Marschrichtung vor.

Auf die Beine gestellt wird das Vorhaben in Kooperation zwischen der Fernsehabteilung und Ö3. Als Anhaltspunkt dient wiederum der Ö3-"Wecker", "der wie ein Tagebuch jeden Tag die Chronik des Landes aufschreibt", wie Senderchef Georg Spatt im Gespräch mit der APA erklärt. "Wir werden aber keinen Logo-Transfer machen, in der Fernsehsendung wird Ö3 nicht vorkommen. Es wird aber die DNA von Ö3 zu spüren sein." Am deutlichsten natürlich über Kratky, der sich auf "einen bunten Ablauf" bei der um 20.15 Uhr auf ORF eins startenden Live-Sendung freut. "Das Konzept entspricht ziemlich dem, wozu mich dieses Haus jahrzehntelang in mühevoller und bisweilen vergeblicher Arbeit versucht hat, auszubilden", schmunzelt er.

Alaba, Robbie Williams und das Hochwasser

Was sind aber nun die Ereignisse des Jahres? Zu viel will man vorerst nicht verraten, auch weil sich in letzter Sekunde noch einiges ändern könne, wie Projektleiter Georg Urbanitsch zu bedenken gibt. Zwei Päpste, Fußballer David Alaba sowie Popstar Robbie Williams werden aber jedenfalls eine Rolle spielen. Und natürlich lokale Ereignisse wie der Amoklauf in Annaberg oder das Hochwasser. "Wir versuchen, hinter diese Schlagzeilen zu blicken und zu schauen, was sich da getan hat und welche Menschen eine Rolle gespielt haben", so Urbanitsch.

Die Verknüpfung von ernsten Themen und Unterhaltung sei natürlich auch eine Herausforderung, man müsse aufpassen, dass "die Sendung nicht kippt", wie Spatt zugibt. Aber letztlich gehe es um die "Storys, die rein drängen und dann hoffentlich in einem Sukkus am Freitag auf der Fernsehbühne aufschlagen". Kratky freut sich wiederum auf die Zusammenarbeit mit Regisseur Kurt Pongratz: "Weil er keinen Respekt vor mir hat und mich da durchwatschen wird. Herrlich", lacht das Aushängeschild des Radiosenders.

Grundsätzlich gehe er "sehr demütig" an die Sache heran, Fernsehen machen zu dürfen sei ja keine Selbstverständlichkeit. "Ich muss mir auch eingestehen: Ich bin jetzt 40 und nächstes Jahr zehn Jahre Moderator des 'Weckers'. Deshalb muss ich mir meine Kräfte einteilen." Das Thema Fernsehen steht also nicht wirklich auf seiner Prioritätenliste. "Ich habe immer Interesse an schönen Projekten, das ehrt mich total. Ich glaube aber nicht, dass ein guter Radiomoderator automatisch ein guter Fernsehmoderator ist." Mittlerweile habe er zumindest gelernt, "das Brimborium drum herum zu genießen" und könne sich "fallen lassen und die Fäden ein bisschen aus der Hand geben".

Pilotprojekt für trimediales Arbeiten

Die ORF-interne Kooperation sei letztlich auch ein Pilotprojekt für trimediales Arbeiten, wie Spatt erläutert. "Von uns kommt die Software, die sich über die Inhalte definiert, und die Machart. Soweit das Radiomenschen machen können." Schließlich seien Fernsehen und Radio zwei doch sehr verschiedene Welten. Die Zusammenarbeit funktioniere aber gut und sei vor allem befruchtend, auch wenn man hinsichtlich der gesetzlichen Vorgaben wie etwa des Cross Promotion-Verbots aufpassen müsse. Man halte sich entsprechend penibel daran, "was der Gesetzgeber diesbezüglich vorsieht".

Eine Wiederholung ist aus Spatts Sicht "naheliegend", allerdings treffe diese Entscheidung die Fernsehdirektion unter Kathrin Zechner. Das Stichwort Trimedialität, also die Verknüpfung von TV, Radio und Online, ist im ORF ja schon länger ein Thema. "Diese Fernsehsendung aber dafür bereits als Vorboten zu sehen, wäre zu viel", bleibt Spatt vorsichtig. Dennoch gebe es natürlich Überlegungen "so zusammenzuarbeiten, wie uns unser moderner, neuer Medienrezipient wahrnimmt". Also über einzelne Plattformen und Gattungen hinweg. "Uns ist es wurscht, über welche Technologie wir ausspielen, ob mit Bildern oder ohne. Uns geht es um die Geschichte."

Lesen Sie ein Interview mit Georg Spatt nächste Woche in HORIZONT 47.

(APA)
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