Opernball ohne Gottschalk
 

Opernball ohne Gottschalk

Gestiegene Kosten von Akkreditierungen und Lizenzgebühren seien der Grund dafür, dass ATV Thomas Gottschalk nicht zum Event schickt.

Wie HORIZONT online berichtete, hob der ORF die Lizenzrechte für den privaten Mitbewerb in Sachen Berichterstattung vom Opernball deutlich an. Die Akkreditierungen sind von 2.500 Euro auf 4.500 Euro, die Kosten für extra zu bezahlende Sendeminuten von 300 auf 850 Euro, gestiegen. Diese Exklusivverbindung zwischen ORF und Staatsoper sei ein Grund dafür, dass ATV heuer nicht wie im Vorjahr Thomas Gottschalk zu dem Event schickt.

"Unter den gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen und teilweise abstrusen redaktionellen Einschränkungen" sei der Einsatz von Thomas Gottschalk "nicht sinnvoll", heißt es in der offiziellen Mitteilung von ATV. "Wir bedauern sehr, dass offensichtlich auch die Oper keinen Wert auf Stargäste von internationalem Format legt, denn dann hätte man bereits bei den Rechteverhandlungen mit dem ORF darauf geachtet, dass verträgliche Rahmenbedingungen geschaffen werden."

Nachdem das Angebot vom ORF bei ATV eingegangen sei, habe man in einem Schreiben "deutlich zum Ausdruck gebracht, dass für uns diese Rahmenbedingungen nicht akzeptabel sind". Auch habe man schriftlich ersucht, weiter zu verhandeln. Dem sei der ORF aber nie nachgekommen. Dies sei der Grund für die Absage des Gottschalk-Formats, argumentierte ATV. Geschäftsführer Ludwig Bauer sieht die Wettbewerbsbedingungen "krass erschwert und verzerrt", wie er sagte. "Wir wollen einfach nicht, dass sich ein Thomas Gottschalk - wie im letzten Jahr - erneut über die Hintertreppe in die Oper schleichen muss." ATV behalte sich allerdings alle rechtlichen Schritte zur Prüfung der wettbewerbsrechtlichen Zulässigkeit des Exklusiv-Vertrages zwischen Staatsoper und ORF, für den Mirjam Weichselbraun und Alfons Haider live berichten, vor.

ORF-Kommunikationschef Martin Biedermann wies die Darstellung des Privatsenders zurück. Dass man nicht auf das Ansuchen um weitere Verhandlungen reagiert habe, sei unwahr. Vielmehr habe es eine Kontaktaufnahme durch den ORF gegeben und dabei sei vereinbart worden, dass ATV sich bezüglich weiterer Verhandlungen melde. Dies sei aber nicht passiert.

(Quelle: APA)
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