Olympia: Zensur bleibt
 

Olympia: Zensur bleibt

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Olympisches Emblem (c)en.beijing2008.cn
Olympisches Emblem (c)en.beijing2008.cn

Trotz internationaler Proteste gegen die Internet-Zensur vor den Olympischen Spielen bleibt China bei seiner harten Linie.

Gesperrte Webseiten seien deswegen nicht zugänglich, weil sie gegen chinesische Gesetze verstießen, so Sun Weide, Sprecher des Organisationskomitees (BOCOG): "Wir sind gegen jeden Versuch, die Spiele zu politisieren." Der Australier Kevan Gosper, Chef der IOC-Pressekommission dazu in einem Interview der Hongkonger Zeitung "South China Morning Post": "Ich kann den Chinesen nicht sagen, was sie tun sollen" . Laut Gosper erstrecke sich die Zensur auf allgemeine chinesische Seiten, die Berichterstattung über die Spiele wäre nicht beeinträchtigt. "Wir haben es hier mit einem kommunistischen Land zu tun, in dem zensiert wird. Wir bekommen, was sie einem zugestehen.", so Gosper.







Ursprünglich wurde den 25.000 ausländischen Olympia-Journalisten vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ein freier Internetzugang zugesagt. Webseiten von Menschenrechtsgruppen, Tibetern oder auch von chinesischen Inhalten der "Deutsche Welle" bleiben nun aber gesperrt. Laut IOC sei man noch mit den Organisatoren in Gesprächen um die Situation für die Journalisten zu verbessern. Das Organisationskomitee wiederum fühlt sich nicht zuständig für die Zensur, man müsse sich in solchen Fragen an die zuständigen Behörden und nicht an das Komitee richten, so der Sprecher Sun. Dieser rechtfertigt die harte Linie damit, dass die Olympischen Spiele bereits größere Offenheit gebracht hätten - so bei der öffentlichen Debatte über die Umweltverschmutzung. Die Spiele brächten China "breiten sozialen Fortschritt".







Um ähnlichen Zensuren bei den TV-Übertragungen entgegenzuwirken, sind für ORF und ZDF eigene Kamerateams im Einsatz. Diese Bilder werden für die Nachberichterstattung verwendet, können aber nicht in das Live-Signal einfließen, da das Basissignal von Beijing Olympic Broadcasting, die aus dem IOC und BOCOG hervorgegangen ist, zur Verfügung gestellt wird.








(Quelle: APA/ dpa)
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