Olympia: ORF 1 als Sportkanal
 

Olympia: ORF 1 als Sportkanal

Wie schon zur Fußballeuropameisterschaft mutiert der Sender anlässlich der Olympischen Spiele in Peking wieder zum Sportkanal: ORF 1 überträgt vom 8. bis 20. August 250 Stunden lang.

Sein Basislager hat der ORF dabei am Wiener Küniglberg aufgeschlagen, wo ein in rot getauchtes, original asiatisch-kitschiges Olympia-Studio entstanden ist. Sportchef Hans Huber hofft auf reges Publikumsinteresse und träumt "von einem Effekt wie bei Mohamed Ali, als die Menschen in Scharen um vier Uhr früh vor den Fernsehapparaten saßen".



Nicht ganz zuseher- und quotenfreundlich ist nämlich die Zeitverschiebung zwischen Wien und Peking. So kommt es, dass die finalen Schwimm-Wettkämpfe um 4.00 Uhr stattfinden - das entspricht 10.00 Uhr chinesischer Zeit. Der ORF beginnt seine Live-Übertragungen regelmäßig um 3.30 Uhr und sendet bis ca. 17.30 Uhr. Über Quotenerwartungen wollte sich Huber im Vorfeld aufgrund "der schwierigen Zeiten" nicht äußern. Außerdem seien "Sommerspiele eben nicht Winterspiele, bei denen die Österreicher traditionell noch interessierter sind", meinte der Sportchef zurückhaltend.



Insgesamt hat der Sender rund 100 Mitarbeiter im Einsatz, die dafür sorgen, dass die österreichischen Medaillenhoffnungen ausgiebig und in HD-Qualität ins Bild gerückt werden. "Unser Fokus liegt selbstverständlich nicht nur auf den publikumswirksamen Bewerben wie Leichtathletik oder Schwimmen, wir sind vor allem überall dort hautnah dabei, wo österreichische Athleten an den Start gehen", so Huber. Am Abend gibt es regelmäßig Zusammenfassungen der Highlights.



Das Haupt-Signal wird von einem Host Broadcaster im Auftrag des Internationalen Olympischen Komitees produziert. Der ORF kann aus zwölf Multi-Leitungen das für Österreich interessanteste Programm zusammenstellen. Bei den Kommentatoren treten auch altbekannte Gesichter wieder in Erscheinung, darunter etwa Robert Seeger und Sigi Bergmann. Der ORF habe auf "verdiente Mitarbeiter" zurückgegriffen und sie gebeten, "auszuhelfen", weil die Sportredaktion für den Normalbetrieb zwar gut aufgestellt sei, es in einem "Sportjahr, wie diesem" allerdings knapp werde, erklärte der Sportchef. Neben dem Fernsehen werden sich auch die ORF-Radios, die Onlineredaktion sowie der Teletext den Sommerspielen "ausgiebig", so Huber, widmen.


(Quelle: APA)

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