ÖVP und ORF einer Meinung zu Kritik von Oppos...
 

ÖVP und ORF einer Meinung zu Kritik von Opposition

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Die ÖVP sorgt sich um "politische Einflussnahme gegenüber dem ORF" durch die Opposition.
Die ÖVP sorgt sich um "politische Einflussnahme gegenüber dem ORF" durch die Opposition.

Die vereinte Kritik von SPÖ, NEOS und Liste Pilz am jüngsten "Kulturmontag"-Interview des ORF mit ÖVP-Kulturminister Gernot Blümel vereint den öffentlich-rechtlichen Sender und die Kanzlerpartei: Beide weisen den Vorwurf einer PR-Sendung für Blümel zurück und sehen im Gegenteil einen Angriff auf die Pressefreiheit.

Ein "eigenartiges und sehr bedenkliches Demokratieverständnis" und einen "vereinten Angriff auf die Pressefreiheit" der Kultursprecher von SPÖ, NEOS und Liste Pilz - Thomas Drozda, Sepp Schellhorn und Wolfgang Zinggl - sieht ÖVP-Mediensprecher Karl Nehammer im jüngsten offenen Brief der drei Politiker wegen des Auftritts von Medien- und Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) in der Sendung "Kulturmontag".

Damit sind die Kanzlerpartei und der ORF in dieser Causa auf einer Linie. Der ORF hatte zuvor in einer Aussendung erklärt, die Berichterstattung sei journalistisch "legitim" und "notwendig" gewesen: Es sei "selbstverständlich Aufgabe des ORF, über Minister, ihre Standpunkte und Vorhaben zu berichten".

"Charakter einer Werbesendung"

Drozda, Schellhorn und Zinggl hatten allerdings in ihrem offenen Brief an ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz ausdrücklich begrüßt, dass Blümel in der Kultursendung interviewt wurde. Kritisiert wurde hingegen, dass das Interview "den Charakter einer Werbesendung wohl auch eines Medienministers hatte". Blümel sei ohne jegliches kritisches Hinterfragen nur eine Gelegenheit geboten worden, sich "völlig unreflektiert als philosophisch und kulturell versierter Schöngeist zu inszenieren".

"Peinlicher Tiefpunkt" davon sei gewesen, dass der Minister eingeladen wurde, das Bild "Turmbau zu Babel" zu interpretieren, das eigens aus dem Kunsthistorischen Museum herbeigeschafft werden musste. Nur unabhängige und kritische Berichterstattung rechtfertige die Gebührenfinanzierung des ORF.

ORF verweist auf "Einbettung in kritische Beiträge"

Der ORF verwehrte sich gegen den Vorwurf der Gefälligkeitsberichterstattung, auch mit Verweis auf kulturpolitische Berichte in anderen Sendungen. Auch sei das Interview "in kritische Beiträge eingebettet" gewesen. "Persönliche Fragen" an Blümel seien journalistisch legitim gewesen, "um dem Publikum die Möglichkeit zu geben, dessen Einstellungen in Sachen Kunst und Kultur kennenzulernen".

Es gelte, "die unterschiedlichsten Standpunkte kulturpolitischer Verantwortungsträger in ORF-Kultursendungen sichtbar zu machen". So wie man auch immer wieder frühere Kulturminister in die Sendung eingeladen habe, plane man auch bereits ein Gespräch mit dem künftigen neuen Wiener SPÖ-Kulturstadtrat.

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