Österreichs Blattlinien im Test
 

Österreichs Blattlinien im Test

Studierende des FH-Studienganges Kommunikationswirtschaft in Wien haben die in den Impressi definierten "Blattlinien" der österreichischen Tageszeitungen untersucht.

Wozu bekennen sich Österreichs Printmedien? Wo stehen Sie politisch? Und nach welchen Grundsätzen arbeiten Sie? Eine Analyse von Studierenden des FH-Studienganges Kommunikationswirtschaft in Wien unter der Leitung von Franz Bogner über die "Blattlinie" Österreichischer Printmedien brachte Erstaunliches zum Vorschein.


Standard, Presse, Salzburger Nachrichten, Oberösterreichische Nachrichten oder Volksstimme sagen sehr detailliert, welchen Grundsätzen Sie sich verpflichtet fühlen. Dort wo die Blattlinie transparent gemacht wird, finden sich Festlegungen etwa auf parteipolitische und wirtschaftliche Unabhängigkeit, demokratische und parlamentarische Werte, Rechtstaatlichkeit, soziale Marktwirtschaft, Föderalismus, Toleranz und Menschenrechte bis hin zum Bekenntnis zur europäischen Integration oder zur Neutralität Österreichs.

Die Kronen Zeitung definiert ihre Blattlinie als "die Vielfalt der Meinungen des Herausgebers und der Redakteure". Ausführliche Grundsatzerklärungen finden sich etwa im Wirtschaftsblatt oder in den Salzburger Nachrichten, wo "die Freiheit der Journalisten" verankert wird. Im Kurier heißt es: "Die Redaktion hält sich ... von allen direkten und indirekten Einflüssen politischer Parteien und Interessensgruppen frei."
Die Analyse brachte allerdings auch zum Vorschein, daß es sich etliche heimische Printmedien mit den Vorgaben des Mediengesetzes recht leicht machen: Bei einigen ist trotz intensiver Nachfrage keine Offenlegung der Blattlinie zu finden, manche veröffentlichen sie nicht gesetzeskonform zu Jahresbeginn. (spr)

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