Österreichisches Journalisten-Kolleg startet ...
 

Österreichisches Journalisten-Kolleg startet neu durch

Kompakter und intensiver will die vom Kuratorium für Journalistenausbildung (KfJ) angebotene Grundausbildung für Journalisten in Zukunft auf die Anforderungen des Jobs in neuen Zeiten eingehen.

Das Österreichische Journalisten-Kolleg startet im Herbst zum 20. Mal. Doch in diesem Jahr steht ein neues Konzept hinter der Ausbildung. Die wichtigsten Änderungen: Die Anwesenheitsphasen wurden gekürzt, um keine Abstriche bei den Inhalten machen zu müssen, wird zur Vertiefung vermehrt E-Learning eingesetzt. Außerdem soll Crossmedialität nunmehr nicht erst in der Produktion, sondern bereits in der Planung ansetzen. Und schließlich sollen die Werte Verantwortung und Haltung stärker betont werden.

Kompakter

Im Groben habe man die Absicht für die Veränderungen beim Österreichischen Journalisten-Kolleg bereits vor zwei Jahren definiert, verrät KfJ-Geschäftsführerin Elisabeth Wasserbauer. Mit der Straffung des Kollegs von zwölf auf neun Wochen reagiere man auf den Ruf der Redaktionen, die Ausbildung besser mit dem Redaktionsalltag vereinbar zu machen. So wurden aus den bisher dreiwöchigen Modulen vier zweiwöchige Module (in der letzten Woche wird eine Abschlussarbeit produziert). Die E-Learning-Plattform, die die Kürzungen bei den Anwesenheitsphasen aufwiegen soll, läuft seit Herbst 2010 im Probebetrieb. Wasserbauer: „Der Druck auf die Redaktionen wächst. Die Chefredakteure wollen nicht mehr zwölf Wochen auf ihre Mitarbeiter verzichten. Auf der E-Learning-Plattform wird nun zwischen den Modulen weitergearbeitet.“

Mehrmedial

Seit Beginn ist das Journalisten-Kolleg mehrmedial. Print, Hörfunk und seit seinen Anfängen Online-Journalismus sind im Aufbau angelegt. Nun soll diese Crossmedialität noch konsequenter angegangen werden, indem die Frage nach den Verbreitungswegen erst im zweiten Schritt gestellt werden soll – denn an erster Stelle steht der journalistische Ansatz, das journalistische Denken und Beobachten von Phänomenen. Das ist die Grundlage. Erst danach folgt die Entscheidung, in welchen Kanälen und Formaten die Inhalte verbreitet werden. „Wir bilden keine Zeitungs-, Magazin-, Radio- oder Online-Journalisten aus, sondern Journalisten mit starken Kompetenzen, von denen eine der Umgang mit verschiedenen Medien und Formaten ist“, ist Wasserbauer von diesem Konzept überzeugt.

Ethisch

Aber nicht nur handwerkliche Kompetenzen will das neue Österreichische Journalisten-Kolleg vermitteln. Auch Werte wie Verantwortung und Haltung sollen stärker in den Mittelpunkt gerückt werden. Das sei gerade in Zeiten wie diesen notwendig, meint Wasserbauer: „Die Redaktionen werden kleiner, unter Zeitdruck werden Inhalte leichter mal ungeprüft übernommen. Daher ist es wichtig, eine klare Haltung zu haben, auch um nicht unbewusst Meinungen einzubringen. Das hilft der Glaubwürdigkeit und letztendlich dem Medium.“ Denn nicht nur mediale Grenzen seien mittlerweile zunehmend verschwommen – auch das Selbstverständnis von Journalisten sei nicht mehr so klar, ebenso wenig die Grenzen zwischen Meinung und Fakten oder Unterhaltung und Information.

Auf all diese geänderten Bedürfnisse muss eben auch in der Ausbildung von Journalisten eingegangen werden. Und genau das will die älteste Ausbildung für Journalisten in Österreich, das neue Österreichische Journalisten-Kolleg, ab 25. September 2011 tun. Mehr Infos unter www.kfj.at/kolleg.htm.
stats