Österreichische Einigkeit
 

Österreichische Einigkeit

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Beim Panel „Die Verantwortung als Werber -Verantwortung oder Rechtskorsett?“ herrschte freundliche Einigkeit.

Unter der wie immer sowohl unterhaltsamen als auch intelligenten Moderation von Milan Frühbauer (Manstein Verlag) sollte zum Thema „Die Verantwortung als Werber -Verantwortung oder Rechtskorsett?" heftig diskutiert werden – allein es herrschte und weiten Strecken Einigkeit. Die Podiumsteilnehmer waren Niko Alm (Super-Fi), Martina Hörmer (IAA, Rewe), Wolfgang Hötschl (Kelly), Michaela Huber (OMV) und Michael Straberger (Österreichischer Werberat). Werberatspräsident Straberger erklärte die Funktion des Werberates: „Der Werberat ist nicht dazu da, den Werbern zu erklären was sie tun dürfen oder nicht, sondern ist eine Anlaufstelle für Menschen, die sich von Werbung unangenehm berührt fühlen. Hier können sie ihre Meinung artikulieren.“ Der Werberat behandelt im Jahr rund 300 Beschwerden, wobei der Hauptteil zum Thema Sexismus (ca. 90 pro Jahr), gefolgt von ethisch moralischen Beschwerden bis zu Gewalt oder Gewaltverherrlichung eingehen. Dann beschließen die 165 Werberäte, welche Empfehlung sie aussprechen.
 
Code of Conduct und Produktwahrheiten
In Unternehmen wie der OMV werden die ethischen Grundsätze mittels Code of Conduct geregelt. OMV-Kommunikationsleiterin Michaela Huber: „Wir haben einen Code of Conduct, der für alle Geschäftsbereiche gilt. Und Werbung ist ein Teil dieser Verantwortung. Ich sehe die Verantwortung immer im gesamten Unternehmen nicht nur bei der Werbung, weil wir werden ja auch aussen als ganzes Unternehmen wahrgenommen.“ Für IAA-Präsidentin und REWE-Eigenmarkenverantwortliche Martina Hörmer ist das Einhalten des Codex eine Selbstverständlichkeit. Hörmer: „Werbung ist ein wesentlicher Teil einer freien Marktwirtschaft. Gute Werbung ist ein Wachstumsmotor. Ich bin ein Freund von Eigenverantwortung.“ Und für Kelly-Geschäftsführer Wolfgang Hötschl ist die ethische Kommunikation eine Frage der nachvollziehbaren Wahrheiten. Hötschl: „Wenn wir bei Kelly von Werbung reden, reden wir von nachvollziehbaren Wahrheiten. Die einzige Verantwortung die wir haben, haben wir unserer Marke und unseren Konsumenten gegenüber. Immer wenn sie Unwahrheiten kommunzieren, verlieren sie etwas von der Marke.“
 
Wir wollen ethische Werbung
Niko Alm, Geschäftsführer von Super-Fi, ist der Meinung, dass es genug Selbstregulierungsmechanismen gibt. Alm: „Wir wollen alle ethische Werbung. Wir haben Kunden, Medien und auch noch Konsumenten, die entscheiden ob die Werbung erfolgreich ist oder nicht. Ich glaube nicht, dass man Konsumenten bevormunden soll. Sie können selber entscheiden.“ Abschließend nach dem Wunsch nach Veränderungen gefragt, schloß Frühbauer mit einem klugen Satz, der ihm selbst einmal als junger Mann gesagt wurde: „Wissen sie Frühbauer, es genügen die 10 Gebote und einen gute Kinderstube.“ Und damit waren sich ethisch alle einig.
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