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Österreich hat mit 61 Prozent höchste Zeitungsleserschaft im 36-Ländervergleich

Ian Ehm
"Auch die im internationalen Vergleich besonders hohe Zahlungsbereitschaft für gedruckte Zeitungen – nämlich 57,8 Prozent der Befragten – unterstreicht, dass die österreichische Presselandschaft dem Publikum nach wie vor jedes Wort wert ist", meint VÖZ-Präsident Thomas Kralinger.
"Auch die im internationalen Vergleich besonders hohe Zahlungsbereitschaft für gedruckte Zeitungen – nämlich 57,8 Prozent der Befragten – unterstreicht, dass die österreichische Presselandschaft dem Publikum nach wie vor jedes Wort wert ist", meint VÖZ-Präsident Thomas Kralinger.

Thomas Kralinger (VÖZ) über "Reuters Institute Digital News Report": "Internationale Spitzenstellung für Print-Land Österreich".

"Print punktet in Österreich im aktuellen Reuters Digital News Report mit herausragenden Werten. Mit 61 Prozent Zeitungsleserschaft belegen wir nicht nur den internationalen Spitzenplatz, sondern liegen beachtliche 26 Prozent über dem Durchschnittswert des 36-Ländervergleichs", erklärt VÖZ-Präsident Thomas Kralinger in Reaktion auf die Veröffentlichung des Reuters Institute Digital News Report am 25. Juni.

Laut Kralinger würden traditionelle Medienmarken zudem Orientierung und Vertrauen schaffen. Das allgemeine Vertrauen in Nachrichten sei in Österreich laut dem Reuters Report wesentlich mit einer traditionellen Nachrichtennutzung verbunden (48 Prozent). Fallende Vertrauenswerte würden sich vor allem unter digitalen Nachrichtennutzern zeigen (39 Prozent).

"Auch die im internationalen Vergleich besonders hohe Zahlungsbereitschaft für gedruckte Zeitungen – nämlich 57,8 Prozent der Befragten – unterstreicht, dass die österreichische Presselandschaft dem Publikum nach wie vor jedes Wort wert ist", so Kralinger.

Aufholbedarf ortet Kralinger hierzulande bei der Bereitschaft des Publikums für Online-Nachrichten zu zahlen. Vergangenes Jahr lag diese bei 6,6 Prozent der Befragten, 2017 waren es 7,4 Prozent. In diesem Zusammenhang wiederholte Kralinger die VÖZ-Forderung nach einem europäischen Leistungsschutzrecht, "welches den Verlegern die Möglichkeit gibt, gegen die unlizenzierte Nutzung ihrer wertvollen Online-Inhalte vorzugehen."

"Die digitale Gratiskultur der letzten zwanzig Jahre ist für Content-Anbieter weltweit eine Herausforderung", ergänzte VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger. "Erschwerend kommt in Österreich hinzu, dass der ORF – als Marktführer im Content-Bereich – gebührenfinanzierte Inhalte für alle kostenfrei ins Netz stellt. Die österreichischen Medienunternehmen verlegerischer Herkunft haben daher bei der Einführung von Abomodellen für Online-Inhalte in den letzten Jahren zurückhaltend agiert. 2017 wurden jedoch erstmals vermehrt Paid-Content-Ansätze in der Branche forciert", so Grünberger, der von einer "langsamen, aber nachhaltigen Trendumkehr bei der digitalen Bezahlmentalität" überzeugt ist.
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