ÖJC begrüßt Aufhebung der Ausreisesperre gege...
 
Privat/ÖJC
Die Ausreisesperre gegen Meşale Tolu wurde aufgehoben, die Verhandlung wird allerdings im Oktober fortgesetzt.
Die Ausreisesperre gegen Meşale Tolu wurde aufgehoben, die Verhandlung wird allerdings im Oktober fortgesetzt.

Die türkische Journalistin Meşale Tolu, die im Dezember 2017 vom ÖJC mit dem „Dr. Karl Renner – Solidaritätspreis“ ausgezeichnet wurde, darf Ende der Woche mit ihrem Sohn aus der Türkei ausreisen. Tolu war Ende April 2017 im Rahmen ihrer journalistischen Tätigkeit festgenommen worden.

Die wegen Terrorvorwürfen in der Türkei angeklagte deutsche Journalistin darf die Türkei verlassen. Ein Gericht habe die Ausreisesperre gegen Tolu aufgehoben, teilte der Solidaritätskreis "Freiheit für Meşale Tolu" in der Nacht auf Montag mit. Der Prozess werde allerdings weitergeführt. Tolu wird mit ihrem Sohn am Sonntag in Deutschland erwartet.

„Ein einjähriger Kampf geht zu Ende“

ÖJC-Präsident Fred Turnheim begrüßt die Aufhebung des Ausreiseverbotes gegen die Journalistin, die auch als Korrespondentin für das österreichische Medienmagazin „[Statement]“ tätig ist. Tolu wurde gemeinsam mit dem ebenfalls bereits freigelassenen deutschen Journalisten Deniz Yücel im Dezember des vergangenen Jahres vom ÖJC mit dem erstmals vergebenen „Dr. Karl Renner – Solidaritätspreis“ geehrt. „Ein mehr als einjähriger Kampf um die Freiheit geht zu Ende“, so Turnheim in einer Aussendung.

Noch Ende April hatte das Istanbuler Gericht bei der Fortsetzung des Prozesses gegen Tolu entschieden, die Ausreisesperre gegen die 33-Jährige aufrechtzuerhalten. Am 18. Dezember war sie per Gerichtsbeschluss aus der Haft entlassen worden, aber mit einer Ausreisesperre belegt worden. Zuvor hatte sie mehr als sieben Monate in Istanbul in Untersuchungshaft gesessen.

Verhandlungen werden fortgesetzt

Die Verhandlung gegen Tolu, der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vorgeworfen wird, soll am 16. Oktober fortgesetzt werden. Ihr Mann Suat Corlu, der im selben Verfahren angeklagt ist, darf nicht mit seiner Famlie ausreisen. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden und 25 weiteren Beschuldigten Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation - gemeint ist die linksextreme MLKP - vor. Die Angeklagten weisen das zurück. Meşale Tolu und ihrem Mann drohen bis zu 20 Jahren Haft.

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