ÖIF-Forschungsbericht: Mediennutzung von Migr...
 
ÖIF-Forschungsbericht

Mediennutzung von MigrantInnen in der Corona-Pandemie

Screenshot/https://www.integrationsfonds.at

Im Auftrag des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) haben Peter Filzmaier und Flooh Perlot in Kooperation mit der Donau-Universität Krems eine Befragung zu Mediennutzung während der Corona-Krise durchgeführt.

Befragt wurden 1.518 Personen mit und ohne Migrationshintergrund, konkret Personen mit türkischem und bosnisch-serbisch-kroatischem Migrationshintergrund (erste und zweite Generation), Personen aus Syrien und Afghanistan sowie eine Vergleichsgruppe, die repräsentativ für die österreichische Wohnbevölkerung ohne Migrationshintergrund steht. Die aktuellen Entwicklungen in der Pandemie wurden von allen Befragten überwiegend sehr oder eher verfolgt. Besonders groß war das Interesse bei befragten Personen mit bosnisch-serbisch-kroatischem Migrationshintergrund (erste Generation 85%, zweite Generation 90%) und bei türkischen MigrantInnen (erste Generation 93%, zweite Generation 90%). Bei den befragten Personen aus Afghanistan (10% sehr, 85% eher) und Syrien (19% sehr, 85% eher) war das Interesse geringer, aber immer noch sehr hoch.

Die Informationen wurden vorwiegend über Social Media und aus dem Fernsehen bezogen. Aber auch Freunde und Bekannte galten generell als wichtige Informationsquelle für Personen mit Migrationshintergrund, befragte SyrerInnen und AfghanInnen nannten diese noch vor den Massenmedien als mit Abstand wichtigste Informationsquelle. MigrantInnen bezogen ihre Informationen zu aktuellen Ereignissen am häufigsten über Social Media-Kanäle. Innerhalb der Gruppen gab es Unterschiede zwischen der ersten und zweiten Generation: Sowohl Befragte mit türkischem als auch BKS-Hintergrund der zweiten Generation verfolgten die Nachrichten zu aktuellen Ereignissen in Österreich häufiger über Social Media und in Tageszeitungen als VertreterInnen der ersten Generation. Generell wurden Social Media-Quellen von Jüngeren, unabhängig vom Migrationshintergrund, deutlich häufiger verwendet.

Personen mit Migrationshintergrund halten sich entsprechend der Studienergebnisse für stärker von der COVID-19-Pandemie betroffen als andere Menschen in Österreich. 86% beziehungsweise 59% der befragten AfghanInnen und SyrerInnen sowie 50% der Befragten aus der Türkei (erste Generation) stimmten der Aussage sehr oder eher zu. Der Auffassung, dass das Coronavirus künstlich hergestellt und absichtlich verbreitet wurde, lehnten mehr als zwei Drittel der befragten Personen ohne Migrationshintergrund ab, nur 23% stimmten sehr oder eher zu. Unter den MigrantInnen fiel die Zustimmung deutlich höher aus: Knapp 30% bis rund ein Drittel stimmte in allen befragten Gruppen der Aussage sehr zu; unter AfghanInnen lag die Zustimmung gar bei 98% (sehr oder eher). Die vergleichsweise geringste Zustimmung fand die Auffassung unter MigrantInnen mit BKS-Hintergrund, wobei dennoch in dieser Befragtengruppe knapp 50% sehr oder eher zustimmten.

Den gesamten Forschungsbericht gibt es auf www.integrationsfonds.at/mediathek zum Nachlesen. 

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