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Öffentliche Hand warb im zweiten Quartal um 47,5 Millionen Euro

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Business diagram on financial report with coins
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Die Boulevardmedien waren erneut der größte Nutznießer der öffentlichen Werbegelder.

Im zweiten Quartal des heurigen Jahres haben öffentliche Stellen insgesamt rund 47,5 Mio. Euro für Inserate und Werbekampagnen ausgegeben. Das geht aus den heute, Donnerstag, veröffentlichten Daten nach dem Medientransparenzgesetz hervor. Gegenüber dem selben Zeitraum des Vorjahres entspricht das einem Rückgang - damals wurden mehr als 55 Mio. Euro investiert. Eifrigster Werber war die Stadt Wien.

Die Bundesländer haben insgesamt 9,4 Mio. Euro an Werbeausgaben gemeldet. Alleine 6,8 Mio. Euro davon entfielen auf die Stadt Wien. Inklusive der ihr nahestehenden Beteiligungen erhöht sich die investierte Summe der Bundeshauptstadt auf rund 9,5 Mio. Euro. Entsprechend dem allgemeinen Trend liegen alle diese Zahlen unter den Vergleichswerten des Vorjahres. Damals kam Wien auf 8,8 Mio. Euro bzw. mehr als 13 Mio. Euro (inkl. Beteiligungen). Die zweitgrößte Summe machte das Land Oberösterreich mit rund 1,2 Mio. Euro locker.

Bei den Bundesministerien hatte wie im Vorjahr das Verkehrsministerium die Nase vorne: Hier machten die Werbeausgaben rund 860.000 Euro aus (im Vorjahr: 1,2 Mio. Euro). Dahinter folgt das Verteidigungsministerium mit rund 700.000 Euro sowie das Bundeskanzleramt mit 635.000 Euro. Die Grenze von einer halben Mio. Euro ebenfalls übersprungen hat das Innenministerium mit rund 555.000 Euro. Insgesamt warben die Bundesministerien um 4,3 Mio. Euro (2015: 4,8 Mio. Euro). Keine Ausgaben meldete das Justizministerium.

"Kronen Zeitung" erhält am meisten

Der größte Anteil der Werbegelder entfiel auf die "Kronen Zeitung" (inklusive Kronehit): Das reichweitenstarke Zeitungshaus konnte 5,5 Mio. Euro lukrieren. Dahinter folgen die Gratiszeitung "Heute" mit rund 3,8 Mio. Euro, wobei hier die auf "Netdoktor" entfallenen Aufwendungen bereits addiert sind, sowie "Österreich" mit 3,15 Mio. Euro. Die Werbeaufträge für alle drei Medien fielen somit niedriger aus als im zweiten Quartal 2015. Einen Zuwachs verzeichnete hingegen die Online-Suchmaschine Google, für die die öffentliche Hand rund 700.000 Euro und damit um rund 120.000 Euro mehr als im Vorjahr ausschüttete.

Seit dem Inkrafttreten des Medientransparenzgesetzes Mitte 2012 müssen öffentliche Stellen für jedes Quartal ihre Werbeaufwendungen und Inseratenzahlungen angeben - allerdings erst ab Überschreiten einer Bagatellgrenzen von 5.000 Euro, was vom Rechnungshof bereits kritisch bemerkt wurde. Die Ausgabenhöhe wird an die KommAustria gemeldet und von der Medienbehörde veröffentlicht. Die seither gemeldete Summe beläuft sich mittlerweile auf rund 770 Mio. Euro. Grund für die Verabschiedung des Medientransparenzgesetzes war die jahrelange Kritik an hohen öffentlichen Inseratenaufträgen für Boulevard- und Gratismedien.
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