ÖAK: überraschend stabil
 

ÖAK: überraschend stabil

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Die Medienlandschaft präsentiert sich im Vergleich zum Vorjahr konstant

Medienhäuser sahen sich in den ­vergangenen Jahren einer Vielzahl
von Herausforderungen gegenüber, sei es eine neue Art des Medienkon­sums, eine zunehmende ­Fragmentierung oder die zähe Entwicklung der Werbewirtschaft. Alles Entwicklungen, die naturgemäß Auswirkungen auf die Auf­lagenpolitik der Verlage haben.

Nun sind die Daten zur aktuellen Österreichischen Auflagen­kontrolle (ÖAK) erschienen. Angesichts oben stehender Tatsachen zeigt sich die österreichische Medienbranche einmal mehr von einer im Vergleich zum Vorjahr verhältnismäßig stabilen Seite.

Seit einem Jahr weist die ÖAK wieder die verbreitete Auflage aus, wie auch in den Jahren bis 2008. Diese ist in der Folge der Bezugspunkt zu den Reichweitendaten der Media-Analyse, die am 16. Oktober Zahlen für das erste Halbjahr veröffentlichen wird.

Tageszeitungen stabil

Ein Blick auf die Tageszeitungen zeigt im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013 durchaus Konstanz. So meldeten die "Kleine ­Zeitung" (296.760), die "Oberösterrei­chischen Nachrichten" (125.855) die ­"Tiroler Tageszeitung" (96.867), "Die Presse" (80.817) und das "WirtschaftsBlatt" (26.466) eine nahezu gleich bleibende verbreitete Auflage.

"Der Standard" (89.206) verbreitete rund 1.300 Zeitungen mehr als im Vergleichszeitraum. "Salzburger Nachrichten" (78.711), "Vorarlberger Nachrichten" (61.751) und die "Neue Vorarlberger Tageszeitung" (10.533) verbreiteten ­etwas weniger Zeitungen (allesamt rund minus drei Prozentpunkte).

Unter den Kauftageszeitungen musste der "Kurier" ein größeres Minus melden: 156.533 Zeitungen im Vergleich zu 167.709 Ausgaben im Vorjahr, ein ähnlicher Rückgang war auch für den "Kurier" in der Bundeshauptstadt zu sehen. Von 830.205 auf 814.278 Stück – auf unvermindert hohem Niveau – meldete die "Krone" weniger verbreitete Zeitungen.

Die Gratistageszeitungen "Heute" (626.715) und "Österreich" (518.848) verbreiteten wiederum etwas mehr als 2013. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch am Sonntag, wo die "Krone bunt" weiterhin 1,3 Millionen Zeitungen in Umlauf bringt.

Verkäufe am Kiosk und Abos

Neben der verbreiteten Auflage sind insbesondere die Zahlen zu ­verkauften Zeitungen relevant, wobei der Einzelverkauf am Kiosk wie der Aboverkauf zu den härtesten Kategorien zählen, da diese von der Auflagen­politik der Verlage unbehelligt sind. Der Rückgang bezahlter Zeitungen bei "Österreich" zeigt sich einmal mehr: Einzelverkauf plus Abonnements ­gingen von im ersten Halbjahr 2013 mit 51.717 auf nunmehr 43.667 Stück im ersten Halbjahr 2014 zurück.

Mit Ausnahme des "WirtschaftsBlatts", das ein paar Hundert Stück mehr verkaufte, sind alle Medien mit Rückgängen konfrontiert, allerdings im sehr überschau­baren Bereich von maximal fünf Prozentpunkten – die höchsten Verkäufe am Kiosk wie in Aboform weisen "Krone" mit mehr als 760.000 Stück, "Kleine Zeitung" mit mehr als 270.000 Stück, der "Kurier" mit mehr als 130.000 Stück und die "OÖN" mit knapp 100.000 verkauften Zeitungen auf. Es folgen "TT", "Presse" vor "Standard", "VN", "Österreich", "WiBla" und "Neue VTZ".

Konstanz bei Wochenzeitungen

Bei den Kaufwochenzeitungen zeigt sich Stabilität, wenn auch die "NÖN" 5.000 Stück weniger verbreiteten als im Vorjahr. In einem Wettbewerbs­umfeld mit Gratiszeitungen verbreiten die "NÖN" aber immer noch 141.262  Zeitungen wöchentlich. Die "Sportzeitung" erhöhte ihre Auflage um rund 1.000 Stück, allerdings wurde am Kiosk und im Abo annähernd gleich viel ­verkauft wie im Vorjahr.

Magazine etwas uneinheitlich

Ein Blick auf die Kaufmagazine zeigt eine sehr unterschied­liche Entwicklung. Viele Titel hielten ihre verbreitete Auflage im Vergleich zum Vorjahr stabil. Die Magazine mit der höchsten Verbreitung waren "Die ganze Woche" (wöchentlich) mit knapp 314.000 Stück, "tv-media" (wöchentlich) mit 190.863 Stück, "Servus" (monatlich) mit 163.435 Stück, das allerdings mehr als 8.500 Stück weniger verbreitete als im Vergleichszeitraum (und auch rund 5.000 Stück weniger verkaufte – von mehr als 139.000 auf knapp 134.000).

Es folgen "Woman" (zwei­wöchentlich, 136.129) und "News" (133.661), während alle weiteren ­Magazintitel unter 80.000 Stück am Markt verbreiteten. Ihre verbreiteten Auflagen deutlich optimiert haben ­"e-media" und "News Leben". Im Einzelverkauf und bei den Abonnements meldeten insbesondere einige Frauen­titel wie "miss", "Seitenblicke" und "Wienerin", aber auch der "Wiener", die "SportWoche" und "News Leben" Rückgänge von mehr als zehn Prozentpunkten.

Verlagsgruppe News konsolidiert

Durchaus stabilisiert seitens ihrer ­Auflagenentwicklung wirkt die Verlagsgruppe News, die insgesamt mit ihren Magazinen den Markt nach wie vor dominiert. Blickt man allerdings zurück, war das Haus am ­Donaukanal mit harten ­Einschnitten konfrontiert. So wurden heuer 815.355 Magazine des Hauses verbreitet, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 846.206, während es im Jahr 2009 noch mehr als eine Million Hefte der Magazine "News", "News Leben", "Woman", "profil", "format", "trend", "e-media", "autorevue" und "Gusto" waren.

Gratis-, Mitgliedermagazine, Supplements


Erstmals ausgewiesen werden heuer alle Bundesländertitel des neugegründeten Bundesländerrings unter der Ägide von Uschi Fellner mit Ausnahme von "look!" in Wien. Insgesamt kommen die acht Gratishochglanzmagazine mit ihrem mitunter hohen Seitenumfang auf 150.215 Stück.

Die Regional Medien Austria (RMA) meldeten eine abermals leicht höhere beachtliche verbreitete Auflage von 3,369.287 Stück. "auto touring" verbreitete 1,617.794 Stück, das "Weekend Magazin" 1,160.915 Titel. Das Mitgliedermagazin "complete", als Beispiel herausgegriffen, kam auf 647.323 verbreitete Stück monatlich.

Berbreitete Auflagen der Supplements: Die "mediaprint tv.kombi" meldete 1,204.664 verbreitete Stück, "tele" verbreitete 1,154.660 Stück, "Red Bulletin wies nun knapp 500.000 nach 609.802 verbreitete Auflage im Vorjahr aus.

Detaillierte Ausführungen zu den aktuellen ÖAK-Daten finden Sie im Dossier von HORIZONT 35/2014,ET: 29.September
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