ÖAK: Erosion der Printauflagen
 

ÖAK: Erosion der Printauflagen

Viele Tageszeitungen, Wochenzeitungen und Magazine verkaufen abermals weniger Exemplare. "Servus" auf neuem Höchststand.

Österreichs Printtitel zeigen erneut einen Rückgang ihrer Auflagen in den fremdbestimmten Kategorien Abo und Einzelverkauf, im Großverkauf ist die Entwicklung uneinheitlich, die Druckauflage wird weiterhin optimiert. Es trifft Tageszeitungen wie Magazine deutlich im Einzelverkauf, wobei die Magazine schwerer schlucken, da Tageszeitungen zu 80 bis 90 Prozent von Abos leben, welche relativ konstant bleiben. Die ÖAK geht der Reichweitenstudie Media-Analyse, die am 3. Oktober erscheint, voraus und zeigt Trends auf.

Parallel dazu zeigt sich abermals eine ungebrochene Lust auf Landleben, Heimat, die Themen Werken, Kochen, Reisen und ein Befürfnis nach wunderschönen Bilderwelten. "Servus in Stadt & Land", das Magazin aus dem Red Bull Mediahouse, zeigt bei der Verkauften Auflage einen Zuwachs von knapp 340 Prozent und liegt nun bei 106.668 verkauften Heften, bei 180.583 gedruckten Exemplaren. Mehr als 70.000 davon werden am Kiosk, über 34.000 im Abo vertrieben - damit ist "Servus" Nummer eins unter den Monatsmagazinen und liegt hinter "Der ganzen Woche" und "tv media" auf Rang drei der in Österreich vertriebenen Kaufmagazine.

Tageszeitungen verlieren im Einzelverkauf

Bei den Tageszeitungen gibt es einige, die nicht nur im Einzelverkauf, sondern auch in der konstanteren Kategorie der Abozahlen verlieren: "Der Standard" büßt etwas mehr als 2.400 seiner treuen Leser ein und verkaufte 56.513 Abos wochentags, die "Presse"-Abonnenten liegen aktuell bei 57.523 (zuvor 58.637). Auch die "OÖN" verlieren knapp 3.000 ihrer nunmehr 97.635 Abonnenten, bei der "Kleinen Zeitung" stehen minus 3.500 Abonnenten zu Buche, also 266.508. Die "Krone" verkaufte in Wien 2.000 Abos weniger (nun 84.689), ist in allen anderen Bundesländern aber unverändert stark (gesamt: knapp 686.000 Abonnenten, allerdings minus knapp 7.000 Käufer am Kiosk und nunmehr knapp 104.000 Einverkaufsexemplare).  1.300 Abonnenten und 200 Einzelkäufer weniger gibt es für das "Wirtschaftsblatt", auch der Großvverkauf schrumpft -  die Verkaufte Auflage liegt bei etwas mehr als 20.000 Stück, knapp 28.000 werden gedruckt.

"Heute" und "Österreich" drucken mehr


Wiederholt erhöhte Druckauflagen für das 1. Halbjahr 2012 meldeten "Heute" und "Österreich" - "Heute" druckte im Schnitt 620.000 Stück, "Österreich" hielt bei gut 480.000 Zeitungen wochentags und 623.618 am Sonntag, wird allerdings unter der Woche immer mehr zum Gratismedium - die verkaufte Auflage sank von 137.447 auf 88.539 Stück, bei den Abos von 28.238 auf 19.564, im Einzelverkauf von 28.238 auf 19.564, der Großverkauf wurde wochentags von knapp 48.000 Stück auf nur mehr 14.788 Stück zurückgefahren.

Verlagsgruppe News: Weitere Rückgänge im Verkauf

Weiters interessant sind die Entwicklungen der Medien der Verlagsgruppe News, die zuletzt aufgrund der über Jahre überhöht gemeldeteten Einzelverkaufszahlen, der härtesten Währung der ÖAK, ins Schussfeld geraten ist. Ohnehin auf niedrigerem Niveau, zeigt insbesondere das Flaggschiff "News" trotz des Relaunches im Oktober 2011 erneut einen deutlichen Rückgang der verkauften Auflage von 136.418 auf 125.751 Stück. Insbesondere der Einzelverkauf war betroffen, gedruckt wurden im 1. Halbjahr des Jahres 169.435 Stück, was einer Optimierung von knapp 36.000 Stück entspricht. "Woman", Flaggschiff Nummer zwei des Hauses, verkaufte knapp 8.000 Stück weniger und lag bei 147.421 verkauften Heften (etwa 200.000 werden gedruckt).

Das "Profil" verlor wie auch "Woman" im Einzelverkauf und liegt bei gut 68.000 verkauften Heften. Leichte Verluste zeigte auch "tv media"; "Format" und "Gusto" meldeten stabile Zahlen, während "trend" und "e-media" ein kleines Plus bei Abonnenten und damit bei der Verkauften Auflage erkennen lassen. Apropos Wirtschaftsmagazine, der "Gewinn" büßte im Einzelverkauf etwa tausend Käufer ein, reduzierte den Großverkauf und zeigte somit bei der verkauften Auflage ein Minus.

Frauentitel verhältnismäßig konstant

Bemerkenswert konstant waren weiterhin die Auflagen der Frauenmagazine von "Maxima", über die Styria-Multi-Media-Titel "Wienerin", "Miss" und "flair". "Seitenblicke" muss allerdings deutlich Federn lassen: Rückgang der verkauften Auflage von 44.636 auf 36.792, also minus 18 Prozent. Freuen kann sich dagegen die "ORF Nachlese". Abermals scheinen Themen wie Garten, Reise, Kochen, schlicht alles rund ums Wohlfühlen die Leser in wirtschaftlich schwierigen Zeiten anzuziehen. Die verkaufte Auflage wuchs im Berichtszeitraum auf deutlich über 64.000 Stück, durch ein Plus im Einzelverkauf.

Ein kurzer Blick auf die Kaufwochenzeitungen: Die größte unter ihnen, die "NÖN", verlieren im Einzelverkauf rund 3.000 Leser bei konstantem Aboverkauf und liegen nun bei insgesamt knapp 123.000 verkauften Exemplaren und etwas mehr als 166.000 gedruckten Zeitungen. Stabil ist die "BVZ" im Burgenland. Auch "Die Furche" und die "Sportzeitung" verlieren Leser. "Madonna mit Österreich", das seit letztem Halbjahr an die ÖAK meldet, verkaufte knapp 81.500 Stück jeden Samstag, gedruckt wurden im Schnitt 118.000 Stück.

Tabelle und pdf finden sich auf der ÖAK-Homepage. Mehr zum Thema im aktuellen HORIZONT 33/34 und im kommenden HORIZONT 35 in der ÖAK-Beilage.
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