ÖAK 2. Halbjahr: Verlegers Freude, Werbers St...
 

ÖAK 2. Halbjahr: Verlegers Freude, Werbers Staunen

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Mit 1001 Meldepunkten meldet die Auflagenkontrolle einen neuen Höchststand - e-paper Abos steigen, ansonsten eine durchwachsenes Halbjahr für Print - mit leuchtenden Ausnahmen und sichtbarem Optimierungsdrang.
Mit 1001 Meldepunkten meldet die Auflagenkontrolle einen neuen Höchststand - e-paper Abos steigen, ansonsten eine durchwachsenes Halbjahr für Print - mit leuchtenden Ausnahmen und sichtbarem Optimierungsdrang.

Verbreitete Auflagen bleiben im Optimierungsmodus – Ausnahmen bei den Tageszeitungen sind "Kleine Zeitung", "Österreich"

Mit 1001 "Meldepunkten" registriert der Verein Österreichische Auflagenkontrolle für das zweite Halbjahr 2016 einen Rekordstand. Rekordverdächtig ist auch das durchaus ansehnliche Wachstum der e-paper-Abos, das elf Tageszeitungen, eine Wochenzeitung und zwei Magazine melden. Ansonsten, grob vorneweg: Die verbreiteten Auflagen - also die Summe aus Abo, Einzelverkauf, e-paper, SB-Entnahme und Sondervertriebsformen wie adressierten und unadressierten Großverkauf - sind weiterhin in einem Optimierungsprozess - und sinken überwiegend. Das hat jedoch jedesmal auch titelspezifische Ursachen - tatsächlicher Verlust an Abos und/oder Einzelverkäufen, Reduktion von Großverkäufen oder Gratisvertrieb. Die steigenden e-paper Abos jedenfalls fangen bei keinem der Titel Verluste bei der verbreiteten Auflage auf. Aber: Einer Reihe von Titeln gelingt es, die Abo-Verkäufe zu steigern - und diese landen dann, wegen erwähnter Restrukturierungen, trotzdem im Minus bei der verbreiteten Auflage.

Damit die kleine tour d'horizont - die naturgemäß nur einen Ausschnitt der in der ÖAK gelisteten Titel betrachtet - nicht völlig unübersichtlich wird: nachstehend der Vergleich der Entwicklung der verbreiteten Auflage, der Einfachheit halber grundsätzlich mit plus oder Minus gekennzeichnet, wenn innerhalb von fünf Prozent. Wo sich Abos deutlich verbessern - das Ertragsthema für die Kaufzeitungsverleger - wird extra hingewiesen. Die Werber interessiert primär die verbreitete Auflage - also die Anzahl der Kontaktchancen.

Tageszeitungen

Im Wochenschnitt mit 810.163 verbreiteten Exemplaren - davon 653.270 Abonnenten und 7.545 e-paper-Abos - ist und bleibt die "Kronen Zeitung" ein einsamer Gigant unter den Tageszeitungen sowieso, wie im österreichischen Printmarkt generell. Aber: Abo und Einzelverkauf sinken leicht - daher knapp 4.000 Exemplare weniger verbreitet.

Ein Phänomen und nachhaltig erfolgreicher Abo-Vermarkter ist die "Kleine Zeitung": Ein Plus bei der verbreiteten Auflage auf 302.381 Exemplare, plus 8.749 Abonnenten auf nun 272.881, ebenso Plus beim Einzelverkauf und mit 8.427 e-paper-Abonnenten der stärkste Titel in der ÖAK-e-paper Welt.  Chapeau.

Geringfügig weniger verbreitete Auflage für "Der Standard" (83.487) - aber etwas mehr Abonnenten auf 52.992 (und davon 3.169 e-paper Abos).

"Die Presse" steigert ihre Abo-Zahl kräftig um 3.672 auf nun 56.553; ist drittstärkster e-paper-Abo-Titel unter den Tageszeitungen mit 7.096 Abos (fast Verdoppelung zum Vergleichszeitraum 2. Halbjahr 2016).

Der "Kurier" hält seine Position als drittstärkste Kauftageszeitung im Auflagenranking - wenngleich mit blauem Auge: 153.376 Exemplare verbreitete Auflage sind geringfügig weniger als im Vergleichszeitraum; Abo und Einzelverkauf gering weniger, e-paper fast verdoppelt auf 2.712.

Ein kleines Plus für die "OÖN" auf 127.391 verbreitete Exemplare - davon 1.305 e-paper-Abos.

Eine kleine Schwankung nach unten macht die "Tiroler Tageszeitung": 92.644 verbreitete Exemplare sind 1.340 weniger. 909 e-paper Abonnenten (20 Prozent mehr).

Praktisch punktgenau halten die "Salzburger Nachrichten" ihre verbreitete Auflage von nunmehr 74.261 Exemplaren - davon 1.824 e-paper Abonnenten.

Ebenso punktgenau mit marginaler Reduktion die "Vorarlberger Nachrichten" mit 64.839 verbreiteten Exemplaren - und steigenden Paper-Abos auf 57.767 (plus 3037) und e-paper-Aboanteil auf nunmehr 4.507 (plus 995).

Leicht gesunkene verbreitete Auflage für das "WirtschaftsBlatt" im Wochenschnitt auf 25.250 Exemplare - aber steigende Print-Abos auf 16.060 (plus 2190).

Mit 10.477 Exemplaren verbreitet die "Neue Vorarlberger Tageszeitung" praktisch gleich viele Exemplare wie im Vergleichszeitraum.

Sonntag

Am Sonntag ist und bleibt die "Kronen Zeitung" mit 1,283 Millionen verbreiteten Exemplare einzigartig - verliert jedoch leicht. Die "Kleine Zeitung" steigert die Verbreitung am Sonntag (auf 354.220 Exemplare), der "Kurier" steigert die Verbreitung um rund 10.000 Stück auf 273.017 Exemplare.

Die "Presse am Sonntag" gibt verbreitete Auflage ab (nun 89.043 Exemplare) - steigert jedoch die Abos auf um über 5.000 Exemplare auf 44.930.

Die Hybrid Zeitung "Österreich" hat am Sonntag tatsächlich 431 e-paper-Abonnenten - und verbreitet 458.762 Stück (knapp über 20.000 Exemplare mehr als im Vergleichszeitraum).

"Heute" und "Österreich"

Stichwort Gratistageszeitungen: Im Match der Gratistageszeitungen hält "Heute" fast stabil eine verbreitete Auflage von 617.383 Exemplaren im Wochenschnitt - "Österreich" kommt mit der abgespeckten Version im Gratisvertrieb auf 501.112 Exemplare (fast 50.000 mehr) und verkauft die Kaufausgabe 35.931 Mal (ein Minus von 5.758).

"Madonna mit Österreich" am Samstag unter Wochenzeitungen rubriziert verkauft 47.977 Exemplare - ein Minus von 5.991.

Stichwort Wochenzeitungen: Die "NÖN" meldet mit 117.861 verbreiteten Exemplaren rund 25.000 weniger als im Vergleichszeitraum - der Gratisvertrieb wurde zusammengestrichen.

Magazine

Das Phänomen "Ganze Woche" kommt im Einzelverkauf auf 267.189 Exemplare (rund 10.000 weniger); verbreitet 308.623 Stück.

"News" hat im Meldezeitraum seinen mutigen Relaunch weiter vorangetrieben - rund 5.000 Abonnenten mehr auf 64.837, jedoch praktisch abgetauscht mit dem Verlust im Einzelverkauf auf nun 12.610 macht um rund 4.000 Stück weniger verbreitete Auflage.

Ähnlicher Fall "profil": Der Großverkauf steigt - die verbreitete Auflage bleibt mit 71.968 Exemplaren fast stabil (Minus 288).

Eine leicht steigende verbreitete Auflage melden "tv-media" (auf 185.059 Exemplare) und "Woman" (auf 141.013 Exemplare); ebenso das "Seitenblicke Magazin" (auf 42.952). "e-media" ist mit 42.085 verbreiteten Exemplaren praktisch unverändert.

Kleines Plus bei der verbreiteten Auflage für den titelüberlebenden "trend" mit 43.855 Exemplaren - der "Gewinn" verliert leicht auf nunmehr 59.256 Exemplare.

Einen kräftigen Sprung von über 12.000 Exemplaren macht die Welt der Frau auf nun 65.884 verbreitete Exemplare (kommt aus dem Gratisvertrieb). Im Plsu bei der verbreiteten Auflagen, wenngleich in überschaubarer Größe, sind bei den Magazinen auch Gusto (auf 60.200), Land der Berge (auf 17.699) und die ORF Nachlese (auf 89.596 verbreitete Exemplare).

Unter Druck war im 2. Halbjahr der Wiener, der rund 5000 Exemplare auf nun 23.255 verliert - und die Wienerin, ebenso rund 5.000 auf nun 73.783.

Ein kleines Minus bei der verbreiteten Auflage melden Alles Auto (jetzt 45.881) und die Auto Revue (auf 53.848).

Revirement bei der Distribution bei den Servus Titeln: Forntrunner Servus in Stadt und Land bleibt mit 151.832 verbreiteten Exemplaren eine Größe - das sind jedoch um 5.000 weniger als im Vergleichszeitraum, vor allem der Einzelverkauf schwächelt. Das Spin-off Servus Gute Küche verbreitet 42.038 Exemplare - gleich 7.000 weniger, der Gratisvertrieb wurde redimensioniert.

Supplements

Die Supplements "tele", mediaprint tv Kombi, "schau" und "#ICH" sowie die anlässlich der Buchmesse im Herbst vom VÖZ produzierte Buchrezension-Beilage "Beste Seiten" melden praktisch unveränderte verbreitete Auflagenzahlen - das "Red Bulletin" hingegen knapp 65.000 weniger auf nunmehr 413.612 Exemplare (der Gratisvertrieb wurde drastisch zusammengestrichen).


Schließlich: Wochenzeitungen gratis

Da ist ein Gigant gelistet: Die Titel der RMA Regionalmedien Austria verbreiten im 2. Halbjahr in Summe 3,365 Millionen Exemplare pro Woche ... im Vergleichszeitraum 2014 waren 3,338 Millionen.

Und, last but not least, der "Österreich Jumbo" in der Rubrik "Sonstige Publikationen - Gratis" - die Summe aus Kauf- und Gratiszeitung plus der - nach Verlagsangaben und in der ÖAK so festgehalten - 14-tägigen Postwurfsendung einer eigenen Mutation von knapp über 600.000 Exemplaren an Wiener Haushalte - meldet 1,211 Millionen verbreitete Exemplare (im Vergleichszeitraum lautete die Postwurfzahl 783.988 Stücke und die verbreitete Auflage 1,318 Millionen Exemplare). Nachsatz zum 14-tägigen Postwurf: Nach Beobachtung des im 3. Wiener Gemeindebezirk lebenden Autors wird sehr unregelmässig Post-geworfen.

In der HORIZONT Printausgabe Nr. 9 am 4. März gibt es ein Dossier ÖAK mit weiteren Analysen und Statements.
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