ÖAK 1. Halbjahr: Tageszeitungen unter Druck, ...
 

ÖAK 1. Halbjahr: Tageszeitungen unter Druck, VGN hält sich gut

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Die neuesten ÖAK-Zahlen sind da.
Die neuesten ÖAK-Zahlen sind da.

Große Verluste für "Seitenblicke", "Wienerin" und diverse Tageszeitungen. Dickes Plus dagegen beim "Sportmagazin", der "Trend" profitiert vom "Format"-Aus.

Dieser Artikel beinhaltet nur einen ersten, kurzen Blick auf die neuesten ÖAK-Zahlen zum 1. Halbjahr 2016. Weitere Zahlen, mehr Titel und hintergründige Analysen lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe Nr. 35, die am 2. September erscheint. Hier geht's zum Abo

Die neuesten ÖAK-Zahlen sind da und sie zeigen: Vor allem bei den Kauf-Tageszeitungen zeigt der Trend noch immer nach unten. Das dickste Minus verzeichnet das "WirtschaftsBlatt", dessen Aus vor wenigen Tagen angekündigt wurde (HORIZONT berichtete). Im ersten Halbjahr dieses Jahres lag die verkaufte Auflage bei nur noch 19.203 Exemplaren - das entspricht einem Minus von rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Ebenfalls in der Verlustzone: "Kurier" mit 132.089 verkauften Exemplaren (-4,5 Prozent), "Die Presse" mit 67.261 Exemplaren (-3,1 Prozent) und der "Standard" mit 62.470 Exemplaren (-3,0 Prozent). Verkaufskrösus ist und bleibt die "Kronen Zeitung", die im ersten Halbjahr 2016 auf eine verkaufte Auflage von 752.274 Stück kam. Doch auch die "Krone" muss mit Verlusten leben: Ein Jahr zuvor kam man noch auf 771.867 Stück. 

Zu den wenigen Tageszeitungen mit einem Plus zählen die "Kleine Zeitung" mit 280.752 Exemplaren (+0,7 Prozent), die "Salzburger Nachrichten" mit 67.727 Exemplaren (+0,2 Prozent) und die "Tiroler Tageszeitung" mit 84.001 Exemplaren (+1,8 Prozent). 

Gratis-Tageszeitungen: "Heute" vorn, "Österreich" holt auf

Bei den Gratis-Tageszeitungen kommt "Österreich" seinem Dauer-Rivalen "Heute" näher - zumindest wenn man die verbreitete Auflage betrachtet. Hier erreichte "Österreich" laut den neuesten Zahlen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 555.834 Exemplare, "Heute" lag mit 621.584 Stück aber noch deutlich in Front. Gleichzeitig steht bei "Heute" ein Minus von 2,2 Prozent, während die Mediengruppe "Österreich" in der verbreiteten Auflage auf ein Plus von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verweisen kann. In der Druckauflage zeigt sich für die beiden Titel das gleiche Bild: Während "Heute" ein Minus von 11.808 Stück verzeichnet, hat "Österreich" im Vergleich zum Vorjahr 18.736 Exemplare mehr gedruckt.

Magazin-Markt: VGN schlägt sich gut

Im Magazin-Bereich gibt es ebenfalls einige nennenswerte Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Vor allem die Verlagsgruppe News (VGN) konnte mit überwiegend guten Zahlen überzeugen. "News" hielt sich relativ stabil bei rund 114.500 verkauften Exemplaren. Ein dickes Plus verzeichneten "E-Media" (+5,1 Prozent) und "Lust aufs Leben" (+3,7 Prozent). 

Das erwartete große Plus bei der verkauften Auflage gab es beim Wirtschaftsmagazin "Trend". Nach 31.495 verkauften Exemplaren im ersten Halbjahr 2015, setzte die VGN in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 45.920 Stück ab - plus 45,8 Prozent. Das Wachstum kommt aber natürlich nicht aus heiterem Himmel: Durch die Einstellung des "Format" konnte der "Trend" hier viele neue Abonnenten ködern. Spannend wird sein, ob das Magazin diese neuen Leser in Zukunft halten kann. 

Größte Verlierer innerhalb der VGN waren "TV Media", das nach insgesamt verkauften Exemplaren immer noch an der Spitze steht. 176.091 verkaufte Hefte bedeuteten aber ein Minus in Höhe von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Profil" verlor 1,5 Prozent an verkaufter Auflage - 67.072 Stück. Das Frauenmagazin "Woman" blieb nahezu stabil bei 131.372 verkauften Exemplaren.

Styria auf Achterbahnfahrt, "Gewinn" verliert verkaufte Auflage

Für die Styria Media Group gab es sowohl Verluste als auch Gewinne. Die "Wienerin" verlor 10 Prozent an verkaufter Auflage und steht nun bei noch 40.717 Stück - ein Jahr zuvor waren es noch 45.239. Das "Sportmagazin" dagegen konnte seine verkaufte Auflage auf 15.292 Stück steigern - plus 23,1 Prozent. 

Für das Wirtschaftsmagazin "Gewinn" ergeben sich folgende Zahlen: Die verkaufte Auflage sackte um 15,8 Prozent ab - auf nun noch 34.221 Exemplare. "Der Grund des Rückgangs in der verkauften Auflage ist lediglich eine Umreihung von Großabos in die Kategorie Bordexemplare", sagt "Gewinn"-Geschäftsführer Herbert Scheiblauer. Und tatsächlich stieg die Anzahl der Boardexemplare des "Gewinn" von 1.019 auf 12.230 Exemplare. Die verbreitete Auflage des "Gewinn" ist ebenfalls stark angestiegen: Von 59.095 auf nun 64.070 Exemplaren. 

Ebenfalls dick im Minus: Die ORF nachlese mit 59.557 verkauften Heften (-6,1 Prozent) und "Seitenblicke" aus dem Red Bull Media House mit 32.810 verkauften Exemplaren (-8,7 Prozent). Bei den "Seitenblicke" hat sich allerdings die verbreitete Auflage deutlich erhöht: Von 42.397 auf 47.208 Exemplare.

Auflagenstärkstes Magazin ist und bleibt "Die ganze Woche" mit 306.117 verkauften Exemplaren. Doch auch dieser Titel konnte seine Auflage aus dem Vorjahreszeitraum nicht ganz halten: Im ersten Halbjahr 2015 verkauften sich noch 310.429 Exemplare.
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