Ö1 Sprecher kritisieren Kürzungen
 

Ö1 Sprecher kritisieren Kürzungen

UPDATE: Ö1-Programmchefin: "Qualität sicher nicht schlechter" - Sprecher veröffentlichten Youtube-Video - Moderationen bei der Opern- und Klassiknacht werden gekürzt

Auch die Sprecher von Ö1 sehen nun ihren Sender und ihre Arbeit bedroht. In einem Youtube-Video wandten sie sich am Donnerstag an die Öffentlichkeit, um auf die geplanten Kürzungen in ihrem Bereich hinzuweisen. So werde die Opern- bzw. Klassiknacht - zunächst am Montag - nicht mehr live moderiert werden. Damit gebe es "eine massive Einkommenseinbuße für die Sprecher und Sprecherinnen, die als Freie Mitarbeiter ohnehin zu den prekär Beschäftigten des ORF gehören", warnen sie. Und: "Es bedeutet auch, dass die Hörerinnen und Hörer nicht mehr live durch die Nacht begleitet werden. Die Ö1-Nachrichten werden in der Nacht durch Ö3-Nachrichten ersetzt." Damit sind auch die Sprecher bei den Protesten der ORF-Freien mit von der Partie. "Anstatt die Honorare der Freien Sprecher auf ein faires Mindestmaß zu erhöhen (wie seit langem von den Freien Mitarbeitern gefordert), beschließt die Geschäftsführung Dienste zu streichen", kritisieren sie. Schon jetzt habe der Informations- und Kultursender damit zu kämpfen, "dass Programmbudgets gekürzt, Mitarbeiter reduziert und Sendungen wiederholt werden". Ihr Fazit: "Wenn die Geschäftsführung weiterhin in dieser Form am Programm spart, wird es Ö1 in seiner jetzigen Form bald nicht mehr geben können. SOS Ö1." UPDATE: Programmchefin Ö1: "Qualität sicher nicht schlechter" Bettina Roither-Epp, Programmchefin von Ö1, hat sich am Donnerstag in einer Aussendung zu dem Youtube-Video der Ö1-Sprecher geäußert. "Die Einsparung von zwei Sprecher-Nachtdiensten von insgesamt sieben pro Woche auf Ö1 war eine das Programm nicht beschädigende Folge der von Ö1 geforderten Einsparungen", schreibt sie. Inhaltlich ändere sich in diesen beiden Nächten nichts, es werde dasselbe Programm gesendet wie bisher, "und das war mir als Programmchefin ein sehr wesentliches Anliegen." Roither-Epp zufolge ist der einzige Unterschied in der Montagnacht, dass die Opernsendung inklusive Präsentation tagsüber aufgenommen wird und auch die zwei Stunden Klassiknacht danach werden voraufgezeichnet und nicht mehr live präsentiert. In der Montagnacht werden die Nachrichten um drei Uhr von Ö3 übernommen. Die Jazznacht am Samstag wird wie bisher live von der Jazzredaktion präsentiert, die Nachrichten um 1 Uhr und um 3 Uhr kommen da ebenfalls von Ö3. "Dass wir in diesen beiden Nächten zusammengenommen also drei Mal je drei Minuten O-Ton-Nachrichten von Ö3 übernehmen, ist die einzige eigentliche Änderung. Diese Nachrichten sind aber in der Qualität sicher nicht schlechter, denn auch sie werden von ORF-Redakteur/innen gemacht und alle ORF-Regionalradios übernehmen diese seit Jahren. Weitere Kürzungen im Programm von Ö1 sind nicht vorgesehen", so die Ö1-Programmchefin.

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