Ö1-Hörbilder erhält Radiopreis
 

Ö1-Hörbilder erhält Radiopreis

ORF / Ursula Hummel-Berger
Auszeichnung
Auszeichnung

Eine Ausgabe der Ö1-Sendung „Hörbilder“ hat in New York eine Radioauszeichnung erhalten. In dem ausgezeichneten Feature geht es um homosexuelle Polizisten in Österreich.

Bei den „New York Festivals International Radio Awards“ hat eine Ausgabe der Ö1-Reihe „Hörbilder“ Silber erhalten. Das Feature „Gay Cops. Homosexuelle Polizistinnen und Polizisten in Österreich“ gehört damit zu einer der weltbesten Radiosendungen des Jahrgangs in der Kategorie „Information/Documentary“. Die Sendung hat ORF-Redakteurin Elisabeth Semrad gestaltet. Am Samstag, den 4. August um 9.05 Uhr, wiederholt sie Österreich 1. 



Für „Gay Cops. Homosexuelle Polizistinnen und Polizisten in Österreich“ hat Elisabeth Semrad vier schwule Polizisten begleitet und dokumentiert, dass nach wie vor viele Polizisten Angst haben, in dem männerdominierten Beruf zu ihrer Homosexualität zu stehen. Sie befürchten gemobbt, diskriminiert oder beruflich benachteiligt zu werden.

Vorab ein kurzer Ausschnitt aus der Sendung: „Ich bin am Schreibtisch in meinem Büro gesessen, die Waffe in der Hand. Ich hab mir überlegt: Soll ich - oder soll ich nicht?“ Der Polizist Josef Hosp bekennt sich 1991 als einer der ersten in dieser Berufsgruppe offen zu seiner Homosexualität. Die Anfeindungen einiger Kollegen belasten ihn daraufhin so stark, dass er sich das Leben nehmen möchte. Eine Putzfrau hält ihn in letzter Sekunde davon ab, sich mit der Dienstwaffe zu erschießen. Heute ist Josef Hosp mit einem Mann verpartnert und Obmann des Vereines „Gay-CopsAustria“. Aber er ist immer noch der einzige Polizist, der sich in Vorarlberg geoutet hat. Jakob P. (Name von der Redaktion geändert) ist Mitte 30 und will anonym bleiben. Er ist Revierinspektor in Wien und möchte seine Lebensweise vor den Kollegen geheim halten. „Es tun immer alle so, als wären sie tolerant. Aber in den eigenen Reihen, im eigenen Wachzimmer wollen sie Schwule dann doch nicht haben.“ 
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