NYT-Verleger Sulzberger tot
 

NYT-Verleger Sulzberger tot

Begründete Medienimperium rund um die Qualitätszeitung - Sohn führt seit den 90ern die Geschäfte

"Wenn Sie die New York Times kaufen, kaufen Sie keine Nachrichten. Sie kaufen eine Wertung" - so zitierte die Zeitung in ihrem Nachruf den legendären Verleger Arthur Ochs Sulzberger, der am Samstag 86-jährig verstorben ist. Sulzberger hatte die Zeitung über Jahrzehnte zu einem Imperium ausgebaut und war auch nach seinem Ausscheiden in den 90er Jahren deren legendäre Identifikationsfigur geblieben. Er starb nach langer Krankheit in seinem Haus in Southampton.

Die New York Times ist berühmt für ihre Nachrufe, die schon zu Lebzeiten unter Teilnahme der betreffenden Person geschrieben werden. Bei Sulzberger dürfte die Redaktion sich selbst übertroffen haben: Online ist der Text ganze elf Seiten lang - ein wahrer journalistischer Kraftakt für ein verlegerisches Monument.

1963 hatte Sulzberger die New Yorker Tageszeitung, die sein Großvater rund 70 Jahre zuvor gekauft hatte, übernommen. Schon damals war sie einflussreich und preisgekrönt - aber auch in finanziellen Nöten. Sulzberger ließ das Blatt in den ganzen Vereinigten Staaten verkaufen und machte es zum Herzstück eines millionenschweren Medienkonzerns. In den 1990er Jahren übergab er die Geschäfte an seinen Sohn.
stats