'NÖN' teilt Knabls Aufgaben
 

'NÖN' teilt Knabls Aufgaben

Neue Struktur wird Ende Jänner präsentiert

Dieser Artikel erschien bereits am 15. Jänner in der HORIZONT-Printausgabe 1-2/2016. Hier geht's zur Abo-Bestellung.

Er war das Gesicht der Niederösterreichischen Nachrichten (NÖN) und des Niederösterreichischen Pressehauses, der Kopf hinter allem. Ohne Harald Knabl ging in den vergangenen Jahren bei der NÖN gar nichts. Kurz vor Weihnachten kam dann die dicke Überraschung: Knabl verlässt das ­Unternehmen zum Jahresende. Grund seien unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Ausrichtung der Führung des Unternehmens, hieß es damals. Dennoch, und das betonten beide Seiten, trenne man sich in bestem Einvernehmen. 

Überrascht wurde aber nicht nur die Branche, sondern auch die Mitarbeiter in Niederösterreich. Hört man sich beim Verlag um, so wundern sich dort viele über den plötzlichen Abgang des langjährigen Platzhirschen. Und sie fragen sich, wie es jetzt weiter geht. 

Neue Struktur kommt



Beim Verlag selbst ist man nun ­darum bemüht, die Lücke, die Knabl ohne Frage hinterlassen hat, schnell zu schließen. Geschäftsführerin ­Lydia Gepp betreut derzeit den Zeitungsverlag mit, Chefredakteur Martin Gebhart macht die Arbeit nun allein.

Bereits jetzt steht fest, dass Knabls Aufgaben in Zukunft verteilt werden sollen. Im Gespräch mit HORIZONT bestätigt Gebhart, dass es nicht eine Person für Chefredaktion und Geschäftsführung geben soll. Die zwei Bereiche werden wieder getrennt und aufgeteilt. Bereits Ende Jänner soll die neue Struktur stehen, man arbeite mit Hochdruck an einer Lösung, um sich in kürzester Zeit neu aufzustellen, so Gebhart.

Langjährige Erfahrung



Im Bereich der Redaktion gibt es wohl noch am wenigstens Anpassungbedarf. Die Redaktion hat mit Gebhart nach wie vor einen erfahrenen Chefredakteur und kann ganz normal ­arbeiten. Unklar ist, ob sich Gebhart die ­Arbeit in Zukunft wieder mit einem zweiten Chefredakteur teilen muss. Erfahrung genug, die Arbeit allein zu stemmen, hat er jedenfalls. Bereits seit 2006 ist er Chefredakteur, davor arbeitete er fünf Jahre lang als Vize-Chef. Gebhart ist bereits seit 1987 bei der NÖN beschäftigt, er kennt also auch das Haus gut genug, um es in die Zukunft zu führen. 

Dauerthema Eigentümer



Ein Dauerthema bei der NÖN sind die Eigentumsverhältnisse. Das Niederösterreichische Pressehaus gehört zu 54 Prozent der römisch-katholischen Diözese St. Pölten, zu 26 Prozent dem Pressverein der Diözese St. Pölten und zu 20 Prozent der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien. Johann Hörndl, Chef-Ökonom der Diözese St. Pölten und Aufsichtsrats-Vorsitzender des Pressehauses, erklärte bereits im Dezember, kurz nachdem bekannt wurde, dass Knabl den Verlag verlässt, dass man nicht die Absicht habe, die NÖN zu verkaufen. Entsprechende Gerüchte gab und gibt es allerdings immer wieder. Gleichzeitig betonte aber auch Hörndl, dass ihn der ­Abschied Knabls überrasche. 

VÖZ: Nachfolger noch im Jänner



Harald Knabl war aber nicht nur der starke Mann bei der NÖN, sondern hatte auch andere Positionen inne. So war er bis zu seinem Abgang als Chefredakteur und Geschäftsführer Ende des Jahres auch Vizepräsident des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ). Inzwischen wurde er auf der Webseite des VÖZ von der Gremien-Liste gestrichen. Wer Knabls Nachfolger wird, steht indes noch nicht fest. Am 27. Jänner wird es aber eine Vorstandssitzung des Verbandes geben, bei der eine Entscheidung in dieser Sache gefällt werden soll. Das bestätigte VÖZ-Sprecher Andreas Csar auf HORIZONT-Nachfrage. Der VÖZ wird derzeit von ­Thomas Kralinger (Kurier) als Präsident geleitet. Vizepräsidenten sind Max Dasch (Salzburger Nachrichten), Helmut Hanusch (News) und Eugen Russ (Vorarlberger Nachrichten). Verbandsgeschäftsführer ist Gerald Grünberger.
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