„Nicht strafrechtlich, moralisch verwerflich“
 

„Nicht strafrechtlich, moralisch verwerflich“

Ashwien Sankholkar gewinnt Alfred Worm Preis für investigativen Journalismus für eine Artikelserie rund um Karl Heinz Grasser und die BUWOG-Affaire.

Zum vierten Mal wurde der Alfred Worm-Preis für investigativen Journalismus vergeben und zum ersten Mal wurden zwei Journalisten aus der Verlagsgruppe News von der unabhängigen Jury ausgezeichnet, was den seit Anfang September amtierenden CEO Axel Bogocz naturgemäß sehr freute. „Den Mut, ohne Rücksicht auf Instanzen, Mißstände auzuzeigen“, hätte Sankholkar bewiesen, betonte Bogocz, eher Medienstaatssekretär Josef Ostermayer seine Laudatio hielt: Ein „paradigmatisches Beispiel für Integration der zweiten Generation“ sei der Format-Journalist, so Ostermayer. Der Preisträger arbeite in einem Grenzbereich. „Mißstände aufzeigen, ohne zu verurteilen, denn das müssen die Gerichte tun. Diese Gratwanderung hätte Sankholkar bestanden, ohne abzustürzen“.

Als Ehre („eine hochkarätige Jury“) und Verpflichtung („Bestätigung für den eingeschlagenen Weg“) erachtete Ashwien Sankholkar die Auszeichnung. „Alles ist heutzutage erlaubt, solange es nicht explizit verboten ist. Das ist falsch und regt mich auf. Wenn der Finanzminister mit 500.000 Euro in einem Plastiksackerl von der Schweiz nach Wien reist, ist das strafrechtlich nicht von Belang, moralisch aber nict richtig“, betonte Sankholkar, der sich bei seiner Familie, seinen Freunden und Kollegen und Karl Heinz Grasser selbst bedankte: „Sein skandalöses Verhalten hat diesen Preis erst möglich gemacht.“

Den Sonderpreis für die beste Fotoreportage gewann Philipp Horak für das "Profil".

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