"Newsweek" vor dem Verkauf
 

"Newsweek" vor dem Verkauf

Die "Washington Post" erwägt den Verkauf seines Sorgenkindes "Newsweek".

Die in den vergangenen Jahren angehäuften Verluste des Magazins "Newsweek" sind laut "Washington Post" so groß, dass trotz aller Bemühungen des Managements und der Angestellten auch heuer rote Zahlen geschrieben werden - man rechnet heuer mit 15,5 Millionen Euro minus. Laut dem Chef des Medienunternehmens, Donald Graham, müsse man überlegen, ob "Newsweek" woanders nicht besser hinpasse als zum eigenen Unternehmen. Weg zu einer dauerhaften Profitabilität gäbe es nämlich keinen. Durch die Krise sind die Werbeeinnahmen allein im vergangenen Jahr um 30 Prozent zurückgegangen, im ersten Quartal 2010 noch einmal um 40 Prozent, wie Daten des Publishers Information Bureau zeigen. Wie "Newsweek" und andere Printmedien in den USA und Europa hatte auch "BusinessWeek" mit sinkenden Anzeigeerlösen zu kämpfen, weshalb sich McGraw-Hill Companies letztes Jahr zum Verkauf an die Finanznachrichtenagentur Bloomberg entschloss.

Das liberale "Newsweek"-Magazin wurde 1933 gegründet und gehört seit 1961 der "Washington Post". Zusammen mit dem konkurrierenden Magazin "Time" gehört es zu den Aushängeschildern des US-Journalismus. Als Folge der Medienkrise - ausgelöst durch einen Einbruch beim Anzeigengeschäft wie auch durch die Konkurrenz des Internets - war die Auflage des Traditionsblatts bereits im vergangenen Jahr von 2,6 Millionen auf 1,5 Millionen Exemplare verringert worden. Außerdem wurden Stellen gestrichen.

(Quellen: APA/Reuters/dpa)
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