Newseum in Washington D.C. sperrt zu
 

Newseum in Washington D.C. sperrt zu

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Im Newseum wurde auch der größte noch intakte Rest der Berliner Mauer außerhalb der deutschen Hauptstadt gezeigt.
Im Newseum wurde auch der größte noch intakte Rest der Berliner Mauer außerhalb der deutschen Hauptstadt gezeigt.

Grund für die Schließung sind jahrelange finanzielle Schwierigkeiten.

Das Gebäude gilt als Kathedrale für Nachrichten und Informationsfreiheit. Im Newseum, dem Museum für Journalismus und Redefreiheit in Washington D.C., gibt es nicht nur einen interaktiven Newsroom zum Mitmachen. Auf sieben Stockwerken können Besucher auch Ausstellungen zur Geschichte des Internets, Radios und TV besuchen. Als besonderer Anziehungspunkt gilt der Ausstellungsraum zum Fall der DDR, in der der größte noch intakte Rest der Berliner Mauer außerhalb der deutschen Hauptstadt samt Wachturm zu sehen ist.

Doch auch Zeitungen als Ausstellungsstücke sind nicht so langweilig, wie es vielleicht klingen mag. Sie zeigen, wie über die Mondlandung, den Vietnamkrieg oder den 11. September 2001 berichtet wurde. Ein Teil der Antenne des World Trade Centers ist ebenfalls zu sehen. Fast zwangsläufig fragt man sich: Wie wäre über diese Ereignisse berichtet worden, wenn es keine freie Presse gäbe?

Hohe Schulden

Doch ausgerechnet in einer Zeit, in der der amtierende US-Präsident führende Tageszeitungen und Nachrichtensender der Fake News bezichtigt, sperrt das Newseum zu. Grund sind finanzielle Schwierigkeiten: Der Kathedralen-Charakter dürfte zum Problem geworden sein. Allein der Bau des Museums kostete 450 Millionen US-Dollar und war damit doppelt so teuer wie ursprünglich geplant. Das bescherte dem Newseum einen gigantischen Schuldenberg. Zwar zog die Ausstellung in elf Jahren mehr als zehn Millionen Besucher an, doch die Einnahmen und Spenden reichten bei Weitem nicht aus, um das mehr als 60.000 Quadratmeter große ­Museum zu erhalten. Die hohen Ticketpreise, zuletzt mehr als 25 Dollar pro Person, deckten nur einen Bruchteil der Kosten ab.

Die attraktive Lage an der Pennsylvania Avenue stellte sich dabei als Problem heraus: Rund um das Newseum gibt es nämlich zahlreiche Galerien und Ausstellungen, die man gratis besuchen kann.

Gebäude verkauft

Anfang des Jahres musste schließlich ein Schlussstrich gezogen werden. Das Gebäude wurde an die Johns-Hopkins-Universität verkauft, die hier ihr Graduiertenprogramm unterbringen will. News-Junkies können ihren Durst noch bis 31. Dezember stillen, dann schließt das ­Newseum endgültig seine Pforten.

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