Neues Wochenende für den 'Standard'
 

Neues Wochenende für den 'Standard'

Ab 13. September präsentiert sich die Wochenendausgabe der Tageszeitung "Der Standard" neu. Das erste Buch wird künftig den Namen "Agenda" tragen und zu aktuellen, relevanten Themen längere Lesestrecken bieten

Ab 13. September präsentiert sich die Wochenendausgabe der Tageszeitung "Der Standard" neu. Das erste Buch wird künftig den Namen "Agenda" tragen und zu aktuellen, relevanten Themen längere Lesestrecken bieten. "Wir werden versuchen, diese ausführlicher aufzubereiten", erklärte Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid. Das Motto dafür: "Mehr Kür, weniger Pflicht."

Entwickelt wurde das Konzept von Redakteuren in einer Arbeitsgruppe. "Es war ein Wunsch aus der Redaktion, so etwas zu machen", betonte Föderl-Schmid. Thematisch werde man dabei zwar anlassbezogen, aber relativ frei agieren, was sich auch in einem gemeinsamen Arbeiten der verschiedenen Ressorts ausdrücke. "Es gab auch Leserrückmeldungen, dass man sich Themen aus verschiedenen Blickwinkeln nähern soll. Somit gibt es mehr Platz für Hintergrundanalysen."

Auch optisch werde man die Neuerungen spüren, wobei die Veränderung dezent ausfallen werde. "Es ist nach wie vor 'Der Standard'", so die Chefredakteurin und Herausgeberin. Korrespondierend zur Print-Ausgabe wird das neue Wochenende seinen Niederschlag im Online-Auftritt finden, wobei Föderl-Schmid hier von "zumindest zwei Geschichten" in "Longread-Form" spricht, ähnlich dem "New York Times"-Projekt "Snow Fall" - wenngleich in etwas kürzerer Variante.

Dem Servicegedanken trägt man mit einem "Leben"-Buch Rechnung, das die bisher über das Blatt verteilten Kultur- und Veranstaltungstipps bündeln soll. "Gerade für das Wochenende" wolle man laut Föderl-Schmid den Lesern damit einen besseren Überblick ermöglichen.

Paywall nicht aktuell

Dem Start des Österreich-Ablegers der "Neuen Zürcher Zeitung" ("NZZ") blickt die "Standard"-Chefredakteurin unterdessen gelassen entgegen. Noch gebe es außer dem vor kurzem unter gestarteten "Werkstatt-Blog" ja nicht viel zu beobachten. "Das wird ein Pay-Angebot, wir haben eine frei zugängliche Website. Insofern sehe ich das nicht als direkte Konkurrenz." Natürlich werde man sich das Angebot aber anschauen. Eine Paywall für "derstandard.at" stehe derzeit allerdings nicht zur Debatte. "Und wir machen unsere Entscheidung auch nicht von der 'NZZ' abhängig."

Grundsätzlich positiv fällt das Resümee über die Zusammenlegung von Print- und Online-Redaktion aus. "Wir machen das seit einem Jahr, seit ein paar Wochen kümmert sich zudem der Newsdesk um die Nachrichtenbearbeitung. Damit gibt es in den Ressorts mehr Luft für eigene Geschichten." Derzeit versuche man, die Geschichten besser zu verteilen und nicht nur um 17 Uhr online zu stellen. "Das gelingt uns ganz gut, aber wie überall kann man auch hier besser werden. In diesem Jahr haben wir auf beiden Seiten sehr viel gelernt", unterstrich Föderl-Schmid. "Es war ein richtiger Schritt."
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